Aktualisiert 07.06.2019 12:07

15 Millionen LiterGrundwasser durch Chemiefirma verunreinigt

Industrieabwasser der Chemiefirma Rohner AG landete wegen eines lecken Systems im Pratteler Grundwasser. Jetzt haben die Baselbieter Behörden die Reissleine gezogen.

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Von der Pratteler Chemiefirma Rohner gelangten rund 15 Millionen Industrieabwasser ins Grundwasser. Grund war ein leckes Abwassersystem. Der Kanton Baselland hat das System am Donnerstag, 6. Juni 2019, mit sofortiger Wirkung ausser Betrieb genommen.

Von der Pratteler Chemiefirma Rohner gelangten rund 15 Millionen Industrieabwasser ins Grundwasser. Grund war ein leckes Abwassersystem. Der Kanton Baselland hat das System am Donnerstag, 6. Juni 2019, mit sofortiger Wirkung ausser Betrieb genommen.

20 Minuten/mis
Bereits am 25. Februar wurde das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) Baselland durch routinemässige Grundwassermessungen auf die auffälligen Werte aufmerksam. Das Unternehmen war danach aber nicht in der Lage innert einer gesetzten Frist eine Dichtheitsprüfung durchzuführen, die den Standards entspricht.

Bereits am 25. Februar wurde das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) Baselland durch routinemässige Grundwassermessungen auf die auffälligen Werte aufmerksam. Das Unternehmen war danach aber nicht in der Lage innert einer gesetzten Frist eine Dichtheitsprüfung durchzuführen, die den Standards entspricht.

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Die Bevölkerung sei jedoch nie gefährdet gewesen: «Im betroffenen Gebiet gibt es keine Fassungen von Trinkwasserversorgern, weshalb die Förderung von den Verunreinigungen nicht betroffen ist.»

Die Bevölkerung sei jedoch nie gefährdet gewesen: «Im betroffenen Gebiet gibt es keine Fassungen von Trinkwasserversorgern, weshalb die Förderung von den Verunreinigungen nicht betroffen ist.»

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Die Chemiefirma Rohner AG in Pratteln BL muss ihr Abwassersystem mit sofortiger Wirkung ausser Betrieb nehmen. Dies haben die Baselbieter Behörden verfügt. Auslöser dieser Massnahme ist eine Ende Februar auf dem Firmenareal entdeckte Grundwasserverschmutzung.

Auf Geheiss der Behörden hätte die Rohner AG nach diesem Vorfall nachweisen müssen, dass ihr Abwassersystem dicht ist. Innerhalb der gesetzten Frist habe das Unternehmen jedoch keine nach dem Stand der Technik durchgeführte Dichtheitsprüfung nachweisen könnten, teilte die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) am Freitag mit.

Zu viel Abfall auf dem Areal

Die sofortige Ausserbetriebnahme des Abwassersystems sei am Donnerstag verfügt worden, heisst es in der Mitteilung. Überdies muss die Rohner AG mit der baldigen Räumung ihres Hoflagers im Auftrag des Amts für Umwelt und Energie (AUE) rechnen. Grund ist, dass die Firma auf ihrem Areal mehr wassergefährdende flüssige Abfälle lagert als erlaubt.

Neben andern Massnahmen hatte das AUE Ende März die stufenweise Aufhebung dieses Hoflagers angeordnet. Nachdem die Rohner AG die gelagerte Menge im April auf 100 Tonnen abgebaut hatte, vermeldete die Firma den Behörden diese Woche einen Anstieg auf 160 Tonnen. Gemäss dem Abbauplan wären jedoch per 1. Juni nur noch 50 Tonnen erlaubt gewesen, hält die BUD fest.

10 Millionen Liter Schmutzwasser abgepumpt

Nach Auswertung diverser Messungen und Daten gehen die Baselbieter Behörden heute davon aus, dass von November 2018 bis Februar rund 15 Millionen Liter Industrieabwasser auf dem Rohner-Areal in den Untergrund versickert sind. Bis Anfang Juni konnten laut BUD rund 10 Millionen Liter verunreinigtes Grundwasser abgepumpt und in der ARA gereinigt werden.

Eine direkte Gefährdung für Menschen könne nach wie vor ausgeschlossen werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Grundwasser werde jedoch weiterhin untersucht. Falls nötig, wollen die Behörden weitere Massnahmen ergreifen. Für die Bewältigung der Rohner-Havarie sind laut dem BUD bisher Kosten von 300'000 Franken entstanden. (sda)

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