Michael Lang: «Gruppensieger – keiner hat sich richtig gefreut»
Aktualisiert

Michael Lang«Gruppensieger – keiner hat sich richtig gefreut»

Die Erleichterung ist beim FCB nach dem Erreichen des EL-Sechzehntelfinals zwar da. Freude kam aber keine auf, zu mässig war die Leistung.

von
E. Tedesco

FCB-Verteidiger Michael Lang zum 2:2 gegen Fiorentina und den Gruppensieg in der Europa League. (Video: 20 Minuten)

Der FC Basel übersteht zum fünften Mal seit 2010 und zum vierten Mal in Folge die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs. Dank dem 2:2-Remis am Donnerstagabend gegen Fiorentina und der damit besseren Bilanz in den Direktbegegnungen gegen den Tabellen-Dritten der Serie-A (Hinspiel 2:1) steht Rotblau vor dem letzten Spieltag am 10. Dezember als Gruppensieger fest. Die Auslosung für die Sechzehntelfinals, die am 18. und 25. Februar 2016 ausgetragen werden, findet am Montag, 14. Dezember statt.

Das wäre an sich Grund genug zur Freude, aber irgendwie kam die nicht so richtig auf, wie Michael Lang sagt. «Es war irgendwie komische Stimmung in der Kabine. Wir sind weiter, wird sind Gruppensieger – und keiner hat sich richtig gefreut», so der Rechtsverteidiger, der wegen der Verletzungsmisere beim FCB als Innenverteidiger an der Seite von Marek Suchy ranmusste. «Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen, hatten beim Elf gegen Elf Mühe und musste schlussendlich zufrieden sein, dass wir das 0:2 aufholen konnten, denn auf der gegnerischen Seite stand doch ein sehr routinierte Mannschaft.»

Janko kann nur am TV mitfiebern

Der 13-fache Schweizer Internationale spricht von keiner besonders guten Leistung. Und tatsächlich konnte Rotblau einmal mehr nicht kaschieren, dass es ihm seit Wochen schwerfällt, Chancen zu kreieren. «Wir haben sicher nicht die Leistung abgerufen, zu der wir fähig wären, aber klar ist auch, dass uns nicht irgendein Gegner gegenübergestanden hat. Wir haben gegen eine formstarke Mannschaft gespielt, haben zuletzt selber zweimal in Folge verloren und das hat man uns am Anfang vielleicht angemerkt, dass das Selbstvertrauen nicht gleich gross war, wie sonst. Schlussendlich haben wir ein Ziel erreicht und sind in Posen nicht auf Punkte angewiesen.»

Zum Spiel in Polen in zwei Wochen muss sich Marc Janko keine Gedanken machen. Wie Marek Suchy (aktuell der einzig gesunde Innenverteidiger der Basler) ist auch der Stürmer gelbgesperrt. Was macht Marc Janko mit dem ungeplanten freien Donnerstagabend? «Ich werde am Fernsehen mitfiebern oder vielleicht fliege ich sogar mit, das müssen wir erst besprechen», sagt der Österreicher schmunzelnd, «aber das ist jetzt belanglos und da wir schon Gruppensieger sind, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, die Beine etwas auszuruhen.»

Fischers Premiere: Das Überwintern

Warum aus dem Spiel heraus wenig konkrete Möglichkeiten kreiert werden konnten, beantwortet der Österreicher so: «Ich denke, wenn italienische Mannschaften schon 2:0 vorne liegen, wird es für jedes Team auf dieser Welt schwierig, da den richtigen Ansatz zu finden. Sie können richtig gut verteidigen, dafür sind sie seit Jahrzehnten bekannt, aber wir haben das im Laufe des Spiels immer besser gemacht, und natürlich hat uns die Rote Karte auch ein bisschen in die Karten gespielt.»

Trainer Urs Fischer meinte nach dem Spiel: «Unser Start war sehr nervös und wir haben uns selber in Schwierigkeiten gebracht. Vor den Gegentoren haben wir zu naiv verteidigt und haben unter Druck zu viele Fehler gemacht. Danach hat die Mannschaft viel Moral gezeigt und das macht mich stolz.» Nach dem 2:1-Auswärtssieg im September hat er seinem Vorgänger Paulo wieder Punkte abgeluchst und den ehemaligen Weltklassespieler und Champions-League-Sieger erneut geärgert.

Das erste grosse Ziel hat Fischer damit als FCB-Trainer erreicht: Die Bebbi überwintern europäisch. Für Fischer ist es das erste Mal überhaupt, dass er im Frühling international spielt. Fischer: «Das ist ein neues Gefühl – zu überwintern. Ein schönes.»

Ablauf der Auslosung

Es gibt zwei Töpfe für die Auslosung der Runde der letzten 32: die 12 Gruppensieger und die 4 besten Drittplatzierten aus der Champions League sind gesetzt.

Im anderen Topf sind die 12 Gruppenzweiten und die restlichen drittplatzierten Mannschaften aus der Champions League.

Kein Team kann gegen eine Mannschaft aus der eigenen Gruppe oder aus dem gleichen Verband spielen.

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