Mannebüro Zürich: Gruppentherapie für Sex-Verzweifelte
Aktualisiert

Mannebüro ZürichGruppentherapie für Sex-Verzweifelte

Das Männerbüro Zürich bietet ab Anfang Mai wieder eine Gruppentherapie für Männer mit Sex-Problemen an. Diese reichen von Erektionsstörungen bis zur Pornosucht.

von
Hannes von Wyl
Gruppengespräche können Männern mit Sex-Problemen helfen. Am 8. Mai stellt das Mannebüro Züri sein Angebot vor. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Gruppengespräche können Männern mit Sex-Problemen helfen. Am 8. Mai stellt das Mannebüro Züri sein Angebot vor. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

«Es gibt viele Männer, die sich mit ihrer Sexualität auseinandersetzen wollen, Fragen haben und unsicher sind», sagt Martin Bachmann vom Mannebüro Züri. Der Männerberater führt daher Anfang Mai einen Informationsabend durch, um auf die Gruppentherapie für «Sexverzweifelte» aufmerksam zu machen. Dort treffen sich jeweils vier bis acht Männer, die unter der Leitung von Bachmann und der Sexualpädagogin Martina Stucki über Schwierigkeiten mit ihrer Sexualität sprechen.

Und Probleme gäbe es viele: «Zu uns kommen Männer, die wegen Stress im Job keine Lust auf Sex mehr haben», erklärt Bachmann. «Oder solche, die süchtig nach Pornos sind.» Es gäbe auch Männer, die ständig Bordelle besuchten und keine andere Form von Sexualität mehr kennen würden. Mit diesen mache man beispielsweise Verführungsübungen. «So können wir betroffenen Männern zeigen, wie sie auf gesunde Art und Weise auf Frauen zugehen können.» Allen gemein sei der Wunsch nach Veränderung, nach dem Wiedererlangen der Kontrolle über einen wichtigen Teil ihres Lebens.

Hemmungen überwinden

Dabei könne ein Gespräch in der Gruppe hilfreich sein, sagt der 45-jährige Sexologe. «Mit der Zeit merken die Männer, dass es ihnen viel Kraft geben kann, mit anderen Betroffenen zu sprechen.» Zu Beginn sei die Hemmschwelle für ein Gruppengespräch aber meist hoch. «Es fällt vielen schwer, vor anderen sprichwörtlich die Hosen runter zu lassen.» Mit dem Infoabend, bei dem auf Wunsch Anonymität gewährleistet wird, sollen Vorbehalte abgebaut werden.

Die Gruppe stehe grundsätzlich jedem offen, sagt Bachmann. Männer unter dreissig würden aber selten eine Sex-Beratung in Anspruch nehmen. «Probleme mit der Sexualität ergeben sich oft erst in längerfristigen Beziehungen, in einer Ehe mit Kindern.» Viele, die die seit 2009 bestehende Gruppe besuchen würden, hätten schon eine Einzelberatung hinter sich. Das Gespräch in der Gruppe sei dann der nächste Schritt. «Anderen zu zeigen, dass man Probleme hat und daran arbeitet, ist doppelt hilfreich: Man erfährt Unterstützung in der Gruppe und dient anderen als Motivation.»

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