Aktualisiert 20.05.2007 13:25

Guantanamo-Häftling Hicks nach Australien abgeschoben

Der als erster Guantanamo-Häftling verurteilte Australier David Hicks ist in sein Heimatland abgeschoben worden, wo er den Rest seiner Haftstrafe absitzen wird.

Der 31-Jährige traf am Sonntag aus Kuba kommend in Adelaide ein. Anschliessend wurde er in die Strafanstalt Yatala gebracht, in deren Hochsicherheitstrakt er noch sieben Monate Haft zu verbüssen hat. Das US-Militärtribunal in Guantanamo hatte Hicks im April zu einer Gefängnisstrafe von sieben Jahren verurteilt, der grösste Teil wurde jedoch ausgesetzt.

Ausserdem erlaubte das Gericht Hicks, seine Reststrafe in seiner Heimatstadt Adelaide abzusitzen. Im Gegenzug verpflichtete sich dieser, sämtliche Misshandlungsvorwürfe gegen die US-Behörden fallen zu lassen. Hicks verzichtete ferner darauf, die US-Regierung jemals auf Schadenersatz zu verklagen oder gegen das Urteil Berufung einzulegen. Auch darf er der Vereinbarung zufolge ein Jahr lang den Medien keine Interviews geben. Bürgerrechtler kritisierten den Deal.

Hicks war im Dezember 2001 in Afghanistan gefangen genommen und Anfang 2002 nach Guantanamo gebracht worden. Ihm wurde vorgeworfen, Al-Kaida-Ausbildungslager in Afghanistan besucht und kurze Zeit an der Seite der Taliban gekämpft zu haben. Hicks bekannte sich der Unterstützung von Terroristen schuldig. Ursprünglich drohte ihm lebenslange Haft. (dapd)

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