Aktualisiert 06.02.2014 16:42

666'000 Dollar

Guantánamo-Musik: Band stellt den USA Rechnung

Die Musik von Band Skinny Puppy wurde angeblich zu Folterzwecken in Guantánamo verwendet. Damit sind die Kanadier gar nicht einverstanden. Jetzt erwägen sie eine Klage und wollen Geld.

Die Post-Industrial-/Electronica-Band Skinny Puppy wurde 1982 in Vancouver gegründet.

Die Post-Industrial-/Electronica-Band Skinny Puppy wurde 1982 in Vancouver gegründet.

Weil ihre Musik angeblich bei Folterungen in Guantánamo gespielt wurde, hat die kanadische Elektro-Band Skinny Puppy den USA eine Rechnung über 666'000 Dollar geschickt. Die Band aus Vancouver hat von einem Ex-Gefängniswärter von der Zweckentfremdung erfahren.

Das berichtete der kanadische Fernsehsender «CTV News» online. Skinny Puppy zählt zu den Pionieren der Industrial-Musik und verbindet hämmernde Beats mit teils bedrohlichem, düsteren Gesang.

«Ich bin nicht nur gegen die Tatsache, dass sie anderen mit unserer Musik Schaden zufügen, sondern sie tun es auch ohne jegliche Genehmigung», sagte der Keyboarder der Band, die nun eine Klage gegen das US-Verteidigungsministerium erwägt.

Diesem liege allerdings überhaupt keine Rechnung der Band vor, sagte ein Pentagon-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Die Vorschriften der US-Armee erlaubten zudem weder Schlafentzug noch Sinnesberaubung.

Eine überparteiliche Kommission hatte im April 2013 schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben. Terrorverdächtige seien gefoltert oder mit grausamen, unmenschlichen Praktiken verhört worden. Dazu habe auch die Dauerberieselung mit Musik gehört. (sda)

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