Bayern rotiert: Guardiola und seine Spieler sind uneins
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Bayern rotiertGuardiola und seine Spieler sind uneins

Der FC Bayern München verschenkt in Freiburg zwei Punkte. Dennoch lobt Trainer Pep Guardiola seine Spieler. Diese finden ihren Auftritt allerdings gar nicht toll.

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Auf sieben Positionen hat Pep Guardiola seine Mannschaft im Gegensatz zum 2:0-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Nürnberg verändert. «Sehr, sehr gut», nannte der Spanier das glanzlose 1:1 seiner Bayern gegen die noch sieglosen Freiburger. Er sei «sehr, sehr stolz». Vor allem die zweite Garde wurde von ihrem Lehrer gelobt. «Alle Spieler arbeiten jeden Tag sehr gut», so Guardiola, «sie haben es verdient zu spielen.»

Die Spieler sehen das nicht so. «Für uns ist es nach dem Spielverlauf eine Katastrophe, für Freiburg ein gefühlter Sieg», bilanzierte Toni Kroos. Captain Philipp Lahm bezeichnete das Unentschieden als «absolut vermeidbar». «Es war unnötig, verschenkt und verdaddelt. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben», lauteten die Worte von Torwart Manuel Neuer.

Die Mannschaft hat den Stil von Guardiola noch nicht intus. Neuer weiss, woran seine Vorderleute arbeiten müssen, damit es künftig für die budgetierten drei Punkte reicht: «Wir haben zwar vernünftig rausgespielt, müssen dann aber auch auf die nächste Linie gehen und nicht wieder zurückpassen.» Sonst könne man die Überzahlsituationen nicht schaffen. «Ich habe auch keine grossartigen Flanken gesehen», sagte der Nationalkeeper weiter.

Probleme im Mittelfeld

Warum gehen die Meinungen von Spielern und Trainer derart auseinander? In fünf Wettbewerben spielen die Bayern in diesem Herbst. Es wird kaum eine Woche geben, in der nur ein einziges Pflichtspiel ansteht. Eine enorme Belastung für das Personal, und Guardiola hat von Beginn weg klar gemacht, dass er der zweiten Garde das Vertrauen schenken wird. Dies setzt er nun konsequent um. Das geht nicht ohne Abstriche, was für die erfolgsverwöhnten Bayern-Profis nicht einfach ist. Dennoch hat der Rekordmeister nach vier Spielen die Tabellenführung in der Bundesliga inne.

Etwas sollte Guardiola aber Kopfschmerzen bereiten: das Mittelfeld. Leader Bastian Schweinsteiger hat sich in Freiburg am Sprunggelenk verletzt und wird mehr als ein paar Tage ausfallen. Für Guardiola ein denkbar ungünstiger Moment, denn Thiago ist eben operiert worden, Luiz Gustavo wurde nach Wolfsburg, Emre Can nach Leverkusen verkauft, Javi Martínez ist nicht fit.

Shaqiri profitiert

Für Schweinsteiger gibt es derzeit keine Alternative. Wie schon in der Vorbereitung sowie nach dem Ausfall von Schweinsteiger gegen Freiburg könnte Lahm gegen Chelsea in das defensive Mittelfeld rücken. Auch Kroos könnte eine Spur defensiver als üblich eingesetzt werden.

Ein Spieler dürfte sich über Guardiolas Rotationsprinzip besonders freuen: Xherdan Shaqiri. Für den Schweizer Nationalspieler war es gegen Freiburg der zweite Bundesliga-Einsatz von Beginn weg. Für ihn sass Franck Ribéry auf der Bank. Shaqiri vertrat den französischen Superstar gut. Nebst dem Führungstreffer war der 21-Jährige an vielen Offensivaktionen beteiligt und wirkte selbstbewusst und spielfreudig.

Jetzt wartet Chelsea

Kommenden Freitag, wenn es im Supercup gegen den FC Chelsea geht, wird Guardiola wieder auf seine Stammkräfte setzen. Dann wird auch Shaqiri wieder auf der Bank Platz nehmen. Das Prestige-Duell mit dem Europa-League-Sieger ist für die Bayern nicht nur deshalb wichtig, weil es den ersten Titel der Saison zu holen gibt. Der Rekordmeister will Revanche nehmen für das «Finale dahoam», als Chelsea im Frühling 2012 in der Allianz-Arena den Champions-League-Titel holte.

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