Stadt Bern : Günstige Luxushäuser für «linke WGs» – SVPler poltert über Schnäppli-Villen 
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Stadt Bern Günstige Luxushäuser für «linke WGs» – SVPler poltert über Schnäppli-Villen 

Zwei der Villen an der Zieglerstrasse in Bern gehören der Stadt Bern. Diese vermietet die Objekte für unschlagbare Preise. SVP-Stadtrat Thomas Fuchs ärgert sich Grün und Blau darüber.

von
Simone Quaderer
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Die sanierte Villa an der Zieglerstrasse 9 kann für 5400 Franken pro Monat gemietet werden.

Die sanierte Villa an der Zieglerstrasse 9 kann für 5400 Franken pro Monat gemietet werden.

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Seit ihrer Fertigstellung vermietet sie die Stadt an «generationenübergreifende Wohngemeinschaften», die «alternative Wohnformen» pflegen.

Seit ihrer Fertigstellung vermietet sie die Stadt an «generationenübergreifende Wohngemeinschaften», die «alternative Wohnformen» pflegen.

Stadt Bern
SVP-Stadtrat Thomas Fuchs findet das nicht gut. Die beiden Immobilien seien typische Objekte, die man verkaufen müsste, sagt er.

SVP-Stadtrat Thomas Fuchs findet das nicht gut. Die beiden Immobilien seien typische Objekte, die man verkaufen müsste, sagt er.

Privat

Darum gehts

  • Die Stadt Bern vermietet zwei Villen im Mattenhof-Quartier zu günstigen Preisen.

  • Der Fonds für Boden-und Wohnbaupolitik will so Spekulation und Preissteigerung bekämpfen.

  • Ob die Vermietungen diesem Zweck dienen, zweifelt SVP-Stadtrat Thomas Fuchs an.

  • Der Politiker kritisiert die Vermietungspolitik der Stadt Bern als unverständlich und nicht sozial.

Die Villen an der Zieglerstrasse 7 und 9 im Mattenhof-Quartier gehören der Stadt Bern – diese vermietet die beiden Objekte zu einem günstigen Preis. Der Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern verfolgt damit den Zweck, «Grundstücke für den Wohnungsbau zu erwerben, diesen zu fördern und durch Teilnahme am Boden- und Wohnungsmarkt Spekulation und Preissteigerung zu bekämpfen». Der Fonds muss dabei gemäss Reglement eine «nachhaltige Rendite» erzielen.

Zweifel am Zweck

Die heruntergekommene Villa an der Zieglerstrasse 7 soll für 2.7 Millionen Franken saniert werden, wie die «Berner Zeitung» weiss. Nach der Sanierung soll ein privater Kindergarten in die Liegenschaft mit 10 Zimmern einziehen. Die Jahresmiete beträgt laut Stadt künftig 98’220 Franken. Auch die im letzten Jahr sanierte Villa mit der Hausnummer 9 kann für nur 5400 Franken pro Monat gemietet werden. Seit ihrer Fertigstellung vermietet sie die Stadt an «generationenübergreifende Wohngemeinschaften», die «alternative Wohnformen» pflegen.

SVP-Stadtrat Thomas Fuchs zweifelt den Zweck der Vermietungen, eine nachhaltige Rendite zu erzielen, an. Fuchs erachtet die erzielten Erträge als viel zu tief. Die beiden Immobilien seien typische Objekte, die man verkaufen müsste, findet Fuchs. 

Aktiv gegen Preissteigerung

Die Stadt Bern argumentiert,  die zuständige Betriebskommission des Fonds habe in ihrer Strategie formuliert, dass Bestandes-Liegenschaften zu erhalten und bei Bedarf zu erneuern seien. So könne im Gegensatz zu einem Verkauf aktiv einer Preissteigerung entgegengewirkt werden, sagt Dagmar Boss, Leiterin Abteilungsstab bei Immobilien Stadt Bern, zur «Berner Zeitung».

Fuchs bemängelt im Weiteren, wie die Objekte vergeben werden. Die Vermietung lief «unter der Hand», wie die Stadt bestätigt. Der SVPler fände es «auch einmal positiv wäre, wenn die Stadt Gutverdienende nach Bern holen könnte». 

Vermietungspolitik in Kritik

Laut Fuchs könnte die Stadt mit demselben Geld sehr viel mehr Wohnungen erwerben und dann an Geringverdiener vermieten. Die Vermietungspolitik der Stadt findet er unverständlich und auch nicht sozial. Fuchs meint: «Einige bunte, linke WGs können sich freuen, wie Millionäre zu wohnen, und ein privater Kindergarten kann sich einen Traum verwirklichen – zulasten der Steuerzahlenden.»

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