Bad Bubendorf: Günstige Sterneküche für Leute U 30

Aktualisiert

Bad BubendorfGünstige Sterneküche für Leute U 30

Flavio Fermi (30) ist einer der erfolgreichsten Jungköche des Landes. Nun macht der Sternekoch die Haute Cuisine seinen Altersgenossen schmackhaft - zu einem günstigen Preis.

von
Adrian Jäggi

Der 30-jährige Basler mit italienischen Wurzeln schwingt seit eineinhalb Jahren das Zepter in der Küche der Osteria Tre in Bad Bubendorf. Er verteidigte nicht nur die 15 Gaut Millau Punkte seines Vorgängers, sondern auch den Michelin Stern. Seine Philosophie: «Ich setze auf eine einfach zu verstehende Küche mit hochstehenden Produkten.» Dabei achtet Fermi und sein dreiköpfiges Team darauf, dass diese marktfrisch und aus der Region sind.

Vier Gänge für 85 Franken für Junge unter 30 Jahren

Fermi - der seine Karriere als Jungkoch im Restaurant Birseckerhof in Basel startete - lässt sich gerne auf seinen Reisen inspirieren. Etwa, um für seine Gäste harmonische Aromen zu kombinieren - oder seine Küche auch einem jüngeren Publikum zugänglich zu machen, zu einem günstigen Preis. «Auf diese Idee bin ich im Elsass und in Gesprächen mit Kollegen gekommen», erklärt Fermi. Denn: Einige seiner Altersgenossen könnten sich sonst die Haute Cuisine gar nicht leisten. Den Zugang zur Sterneküche ermöglicht die Osteria Tre deshalb neu mit dem viergängigen «Youngster Gourmetmenü» - für unter 30-Jährige zum Preis von 85 Franken pro Person. «Uns hat Flavios Idee sofort überzeugt», sagt Hotelier Roland Tischhauser. Das Angebot für die jungen Gourmetliebhaber gibts von Dienstag bis Freitag (ab zwei Personen).

Ehrgeiz und Präzision

Tischerhausers Frau Eveline bezeichnet Fermi als «begeisterungsfähig, kooperativ und kreativ». Und seine positive Art übertrage sich auf das ganze Team, loben die beiden Gastgeber unisono. Zu Fermis Stärken gehört auch das sehr fokussierte arbeiten in der Küche. «Gerade bei den Vorspeisen braucht es ein grosses Mass an Präzision», betont Fermi.

Dies bestätigt auch Urs Heller, Chefredakteur von Gault Millau Schweiz. «Ein erstaunlicher junger Chef, der auch bei Grossansturm seine Gelassenheit und Präzision nicht verliert.» Heller traut Fermi aber noch mehr als 15 Punkte zu: «Er ist sehr vielseitig. Italienische Klassiker wie Risotto oder Brasato mit Kichererbsen sind bei ihm erstklassig. Aber Fermi wagt sich auch ungerührt an ziemlich freche Gerichte wie Thunfisch mit Kaviar und Gurken.»

Fermi jedenfalls fühlt sich derzeit sehr wohl in seiner Haut. Nach diversen Ausland-Engagements in Deutschland und Thailand hat er nichts dagegen, am Arbeitsplatz wieder Dialekt sprechen zu können. Das Wichtigste aber sei für ihn «Spass haben an der Arbeit». Und die wird auch in Zukunft immer in Verbindung mit Gastronomie und Kochen sein, wie er mit einem zufriedenen Lächeln betont.

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