Aktualisiert 06.02.2014 08:34

Trotz vielen Neukunden

Günstigere Handytarife kosten Swisscom Gewinn

6,6 Prozent weniger Gewinn verzeichnet der grösste Telekomkonzern der Schweiz. 2013 verdiente die Swisscom 1,695 Milliarden Franken.

Weniger Gewinn für den grössten Telekomkonzern der Schweiz.

Weniger Gewinn für den grössten Telekomkonzern der Schweiz.

Die Swisscom hat im vergangenen Jahr trotz etwas mehr Umsatz einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdiente der grösste Telekomkonzern der Schweiz 1,695 Mrd. Franken. Das sind 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um 3,9 Prozent auf 4,3 Mrd. Franken, wie die Swisscom am Donnerstag bekanntgab. Der Umsatz legte indes um 0,4 Prozent auf 11,434 Mrd. Fr. zu.

Solides Ergebnis

«Wir haben ein solides Ergebnis erzielt, das über unseren Erwartungen liegt», sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi in einem Firmenvideo. «Wie in den letzten Jahren haben wir viel investiert in unsere Netze und neue Produkte.»

Am Ergebnis nagte erneut die Preiserosion im Inland und die Tarifsenkungen für Handygespräche im Ausland (sog. Roaming), die sich auf insgesamt 560 Mio. Fr. beliefen. «Für die Kunden ist das eine sehr gute Nachricht, für uns eine Herausforderung», sagte Schaeppi. Diese Reduktion konnte die Swisscom durch mehr Kunden und Mengenwachstum in Höhe von 480 Mio. Fr. beinahe wettmachen.

Mehr Kunden gewonnen

Erneut hat die Swisscom zehntausende neue Kunden für ihre Handyabos und für das TV-Angebot gewonnen. «Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung von Swisscom TV. Ein Drittel der Haushalte schaut mit uns fern. Wir haben 1 Mio. TV-Kunden», sagte Schaeppi. Das Plus von über einem Viertel liege über den eigenen Erwartungen.

Beliebt bei den Kunden sind die Bündelverträge, deren Umsatz um ein Drittel kletterte. Wichtigste Treiber dieses Geschäfts seien Fernsehen und Mobilfunk, hiess es. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 6,4 Millionen. Mittlerweile nutzten die Hälfte aller privaten Handykunden die Pauschalabos.

Zwei Drittel aller verkauften Handys waren im vergangenen Jahr Smartphones. Diese Alleskönnergeräte und die Tabletcomputer trieben das Datenvolumen um 116 Prozent in die Höhe. Und Swisscom IT Services hat mit 786 Mio. Fr. so hohe Aufträge eingesammelt wie noch nie.

Fastweb mit etwas mehr Gewinn

Auch die italienische Breitbandtochter Fastweb habe zahlreiche neue Kunden angelockt (9,9 Prozent), hiess es. Das Geschäft sei trotz hohem Konkurrenz- und Preisdruck auf Kurs, hiess es. Der Umsatz schrumpfte von 1,7 Mrd. auf 1,642 Mrd. Euro. Dagegen stieg das Betriebsergebnis vor Abschreibungen leicht um 1 Prozent auf 505 Mio. Euro.

Auf der anderen Seite schlugen höhere Abschreibungen zu Buche, weil die Swisscom mehr in die Infrastruktur investierte. Die Investitionen stiegen um 10,5 Prozent auf 2,4 Mrd. Franken, wenn man die im Vorjahr angefallenen Kosten für die Mobilfunklizenzen in Höhe von 360 Mio. Fr. ausklammert.

Dies trieb die Abschreibungen um 94 Mio. Fr. in die Höhe, was den Reingewinn belastete. «Mich besorgt die Entwicklung des Reingewinns allerdings nicht», sagte Schaeppi. Die Investitionen wurden vor allem in den Ausbau des Breitbands gesteckt. So decke die neue Mobilfunkgeneration LTE unterdessen 85 Prozent der Bevölkerung ab, was die ursprünglichen Erwartungen deutlich übertroffen habe. «Und wir bauen kontinuierlich weiter aus», sagte Schaeppi.

Beim Festnetz ging die Expansion der Glasfaseranschlüsse weiter. Ende 2013 waren 750'000 Wohnungen und Geschäfte an die Datenautobahn der Zukunft angeschlossen.

Erwartungen leicht übertroffen

Mit den Gewinnzahlen hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem EBITDA von 4,296 Mrd. Fr. und einem Reingewinn von 1,636 Mrd. Fr. gerechnet.

Für das laufende Jahr erwartet die Swisscom ein moderates Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis (EBITDA). Der «Blaue Riese» peilt einen Umsatz von 11,5 Mrd. Fr. und einen EBITDA von 4,35 Mrd. Fr. an. Die Aktionäre sollen erneut eine Dividende von 22 Fr. pro Titel erhalten, wenn die Ziele erreicht werden. (sda)

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