«Pimp my Gibu»: Gürbentaler zimmert Schlitten nach Mass

Aktualisiert

«Pimp my Gibu»Gürbentaler zimmert Schlitten nach Mass

Schlittenbauer Paul Burri ist einer der letzten seiner Zunft. Seine Spezialität sind Schlitten mit Weltcup-Rennbelag.

von
Alessandro Meocci
Schlittenbauer und Holztüftler Paul Burri (56) in seinem 117-jährigen Reich.

Schlittenbauer und Holztüftler Paul Burri (56) in seinem 117-jährigen Reich.

Kaum fällt der erste Schnee laufen seine Maschinen heiss: Schlittenbauer Paul Burri aus Rümligen zimmert pro Winter gegen 500 Holzschlitten vom Typ Davoser, Grindelwaldner oder Rodel aus einheimischem Eschenholz. «Meine Schlitten sind wieder in», sagt der 56-jährige Familienvater. Zwar habe der Absatz in Sportgeschäften in den letzten Wintern stark abgenommen, dafür boome heute der Direktverkauf. «Die Leute kommen gerne in meine Schreinerei, um ihren ‹Gibu› selber auszusuchen», sagt Burri.

Schneller als Plastikbobs

Die Spezialität des Tüftlers aus dem Gürbetal sind Modelle mit Rennbelägen aus dem Ski-Weltcup auf den Kufen. «Dagegen ist jeder Plastikbob chancenlos», sagt Burri. Der Schreiner erfüllt aber auch Extrawünsche: «Es gibt Kunden, die bringen das Holz gleich selber mit oder möchten spezielles Material verbaut haben.» Er habe schon Deluxe-Modelle aus Kirschholz gefertigt. Und dank Burris massgeschneiderten XL-Schlitten die breiter, höher und stabiler sind, kommen auch beleibtere Wintersportler auf ihre Kosten.

Schweizer Qualität seit 1896

Seit 1896 werden in der Schreinerei in Rümligen Schlitten gebaut. Paul Burri hat das Virus vor 18 Jahren gepackt und nicht mehr losgelassen. Seine Schlitten kosten je nach Modell zwischen 140 und 220 Franken. Die XL-Version gibts für 380 Franken. Und für einen Aufpreis von 80 Franken wird der schnelle Rennbelag montiert. Gerademal ein halbes Dutzend Handwerker beherrschen schweizweit die Fertigkeit des Schlittenbaus noch - Tendenz sinkend.

Burris Schlitten gibts unter:

079 780 04 90

Deine Meinung