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Guerilla-Aktion: Dessous-Plakate überklebt

Der Wahlkampf ist um eine skurrile Episode reicher: In einer Nacht- und Nebelaktion überklebte die junge EVP die Dessous-Plakate der Migros, auf denen Nationalrats-Kandidatinnen leichtbekleidet auf sich aufmerksam machen.

Anziehende Aktion der jungen EVP: Als Reaktion auf die Plakatkampagne der Migros «verschönerte» die Jungpartei der EVP in der Nacht auf Mittwoch ein paar Plakate (siehe Bildstrecke).

«Die jevp hat den im Wahlherbst wohl schon bald frierenden KollegInnen ein nettes Kleidchen geschustert», schreiben die Jungpolitiker der Evangelischen Partei, die im letzten Jahr eine Petition gegen sexistische Werbung lanciert hatten.

20 Minuten hat nachgehakt und mit Generalsekretär Niklaus Hari (kleines Bild) gesprochen.

20 Minuten: Sind die Plakate echt? Oder haben Sie zu Photoshop gegriffen?

Niklaus Hari: Nein, die Aktion fand tatsächlich statt. Wir haben am Zürcher Hauptbahnhof und im Bahnhof Winterthur je ein Plakat überklebt.

Haben Sie keine Angst vor rechtlichen Schritten von Seiten der Migros? Immerhin ist das Beschädigen von Plakaten illegal.

Hari: Wir fürchten keine Konsequenzen. Es wurde ein Spezialkleber verwendet, der sich selbst auf Papier rückstandsfrei entfernen lässt.

Was wollen Sie mit der Aktion bewirken?

Hari: Wir finden die Plakate zwar nicht schlimm sexistisch. Trotzdem wollten wir die Gelegenheit beim Schopf packen und auf unser Anliegen aufmerksam machen.

Ist der Wahlkampf nicht schon lustlos und gehässig genug? Sind Sie eine Spassbremse?

Hari: Unsere Aktion bietet doch auch einen gewissen Unterhaltungswert. Ausserdem profiliert sich die Migros hier im Wahlkampf, wir sorgen für ausgleichende Gerechtigkeit.

Die Jungen Grünen und Mirjam Arnold von der Jungen CVP machens vor - würden Sie sich für den Wahlkampf ausziehen?

Hari: Erstens wusste ich im Vorfeld nichts von der Migros-Aktion. Und zweitens, nein, ich würde mich nicht ausziehen. Das würde ja unserem Anliegen widersprechen.

Da Sie leicht entfernbaren Kleber verwendet haben - hängen die veränderten Plakate eigentlich noch?

Hari: Am Mittwochmittag war ich am Hauptbahnhof, Mirjam Arnold war bereits wieder in Dessous.

Und jetzt?

Hari: Jetzt überlegen wir uns eine etwas flächendeckendere Aktion. Beispielsweise am Zürcher Hauptbahnhof, wo Mirjam Arnold gleich fünf Mal in Dessous von Plakaten lächelt.

Aurel Stevens, 20minuten.ch

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