Guerilla-Werbung ärgert Polizei

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Guerilla-Werbung ärgert Polizei

Unbekannte ziehen unerkannt mit Mietautos und Hochleistungsprojektoren durch die Stadt und missbrauchen öffentliche Gebäude für Werbung. Das ist illegal, sagt die Polizei.

Im Schutz der Dunkelheit fährt ein Mietlieferwagen vor. Drinnen läuft ein Hochleistungs-Projektor und wirft mehrere Etagen hohe Werbedias auf die gegenüberliegende Strassenseite. Dies hat sich in der vergangenen Woche mehrmals in Zürich abgespielt. Zum Beispiel am Montag gegen 20 Uhr: Die Unbekannten projizierten Werbemotive für Produkte des Elektronik-Herstellers Logitech an die Wand des Sozialzentrums Selnau.

«Das ist klar illegal», sagt Stadtpolizei-Sprecherin Judith Hödl. Die Guerilla-Werber hatten keine Bewilligung dafür eingeholt. Und hätten auch keine bekommen: «Im öffentlichen Raum sind kommerzielle Motive verboten», sagt Hödl. Und: «So nah an einer Kreuzung ist die Verkehrssicherheit massiv gefährdet.» Zur Aktion mag sich niemand bekennen: In der Beleuchtungsszene verdächtigt man jeweils die Konkurrenz.

«Schlicht gedankenlos» findet Guido Schwarz, Co-Präsident der Anti-Lichtverschmutzungs-Organisation Dark-Sky, diese Art von Werbung. «Ausserdem ein dummer Gag. Es nimmt mich wunder, ob der Auftraggeber auch für verursachte Unfälle aufkommen würde.»

Bei Logitech gibt man sich zugeknöpft: «Wir möchten dazu keine Stellung nehmen», sagt die zuständige PR-Frau Monika Bailer. Klar ist: Erwischt die Polizei die Guerilla-Werber, droht ihnen eine Anzeige.

Adrian Schulthess

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