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Red-BullGüterzüge rauben Anwohnern den Schlaf

Für einmal ist der Weck-Effekt von Red Bull unerwünscht: Nicht der Konsum, sondern der geräuschvolle Transport des Energydrinks lässt den Seeanwohnern keinen Schlaf.

von
Erika Pàl
Die Firma Rauch in Widnau füllt Red Bull in Dosen ab. (Erika Pàl)

Die Firma Rauch in Widnau füllt Red Bull in Dosen ab. (Erika Pàl)

Tag für Tag und rund um die Uhr donnern Güterwagen mit Red-Bull-Dosen von Widnau über Rorschach und Konstanz Richtung Nordsee. Nicht selten würden Anwohner der Seelinie noch weit nach Mitternacht aus dem Schlaf gerissen, wie Mitglieder der IG Seelinie klagen. Laut der «Thurgauer Zeitung» wird der Energydrink in Widnau durch den Fruchtsafthersteller Rauch in Dosen abgefüllt und von dort nach Amerika verfrachtet. Ausserdem werden die leeren Dosen aus dem Ruhrgebiet angeliefert – ebenfalls auf dem Bahnweg.

Laut IG Seelinie sind die deutschen Güterwagen in der Regel nicht lärmsaniert, was einen Höllenkrach verursache. Dagegen will die IG nun vorgehen. «Ich denke, dass gut ein Viertel des gesamten Güterzuglärms von den Transportwaggons der Firma Red Bull stammt», sagt Kurt Kriesi, Vorstandsmitglied der IG. Kriesi und seine Mitstreiter haben bereits vor einem Jahr einen Beschwerdebrief an den Hauptsitz von Red Bull in Österreich geschrieben, jedoch bis heute keine Antwort erhalten. Auch 20 Minuten blieb gestern mit einer Anfrage bei Red Bull erfolglos.

«Wir fordern keinen Transportstopp von Red Bull», stellt Kurt Kriesi klar. «Was wir wollen, sind lärmsanierte Güterwagen, wie sie etwa die öster­reichische Bahn einsetzt.»

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