Güterzug macht sich selbständig
Aktualisiert

Güterzug macht sich selbständig

In Menznau hat sich ein Güterzug mit fünf Kesselwagen selbständig gemacht. Nach 300 Metern Fahrt kippte ein mit Leim beladener Wagen um.

Verletzt wurde niemand. Die BLS-Strecke Willisau-Wolhusen war bis Freitagabend gesperrt.

Laut Angaben der Luzerner Kantonspolizei vom Freitag war die Zugskomposition am Donnerstagmittag auf einem Industriegeleise der Firma Kronospan abgestellt worden. Um 19.25 Uhr setzten sich die fünf mit Flüssigleim beladenen Wagen aus bisher unbekannten Gründen in Bewegung und rollten in Richtung Willisau davon.

Automatisch entgleist

Kurz vor dem Bahnübergang Marchstein entgleisten die beiden vordersten Wagen, wobei der erste direkt beim Übergang auf die rechte Seite kippte. Barriere und Lichtsignalanlage wurden völllig zertrümmert; der 89 Tonnen schwere Kesselwagen aber blieb dicht, es floss kein Leim aus. Für die Umwelt habe keine Gefahr bestanden.

Wie Rolf Grossenbacher von der BLS AG präzisierte, sind die Wagen automatisch entgleist worden. Die bei der Einmündung eines Neben- in ein Hauptgeleise übliche Sicherheitseinrichtung habe in Menznau wie vorgesehen funktioniert. Auf diese Weise sei eine mögliche Kollision mit einem anderen Zug verhindert worden.

Bahnstrecke bis am Abend gesperrt

Um die havarierten Wagen zu bergen, wurden Spezialisten der Bahn aufgeboten. Beim umgekippten Kesselwagen mussten zudem die geladenen 65 Tonnen Flüssigleim abgepumpt werden.

Wegen diesen Arbeiten war die Bahnstrecke Wolhusen-Willisau bis am Freitagabend gesperrt; die Passagiere wurden mit Bussen befördert. Auch auf der Kantonsstrasse war der Verkehr zeitweise eingeschränkt.

Der entstandene Sachschaden dürfte laut der Polizei über 100 000 Franken betragen. Die Ursache des Unfalls ist unklar und wird ermittelt. An der Untersuchung beteiligt sich neben der Polizei und dem Amtsstatthalteramt Willisau auch die Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe des Bundes.

(sda)

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