Sorge um Sicherheit: Guggenkonzert im Knast bringt SVP auf die Palme

Aktualisiert

Sorge um SicherheitGuggenkonzert im Knast bringt SVP auf die Palme

Eine Gugge hat im Bezirksgefängnis Winterthur aufgespielt. Die SVP ist irritiert und schaltet gar den Regierungsrat ein.

von
Maja Sommerhalder
Im Bezirksgefängnis Winterthur spielte eine Gugge – sehr zum Ärger der SVP

Im Bezirksgefängnis Winterthur spielte eine Gugge – sehr zum Ärger der SVP

Mit Trompeten und Posaunen kreuzte eine Guggenmusik am letzten Samstag im Bezirksgefängnis Winterthur auf. 20 Minuten lang spielten die 32 Kostümierten im Innenhof Charthits und Evergreens – die Insassen schauten währenddessen von ihren Zellen aus zu. Bereits zum zweiten Mal trat die Gugge, die anonym bleiben möchte, ohne Gage im Gefängnis auf. «Ich arbeite dort und finde, dass man auch Häftlingen eine Freude bereiten darf», so die Tourenmanagerin der Gugge.

Besorgt um die Sicherheit ist hingegen SVP-Kantonsrätin Karin Egli-Zimmermann, die selbst Polizistin ist. Sie will in einer schriftlichen Anfrage wissen, wer den Musikern Zutritt erteilte, wie sie trotz Schminke identifiziert und wie die Häftlinge beaufsichtigt wurden. Zudem sei die Fasnacht den mehrheitlich ausländischen Insassen gar nicht bekannt, findet sie.

Sicherheit jederzeit gewährleistet

Gefängnisdirektor Walter Vogt wundert sich: «Musik kennt doch keine Grenzen.» Die Stimmung während der Darbietung sei grossartig gewesen. «Am Ende applaudierten die Häftlinge.» Der Auftritt koste die Steuerzahler keinen Rappen und die Sicherheit sei jederzeit gewährleistet gewesen. Dass sich jetzt sogar der Regierungsrat mit diesem Auftritt beschäftigen muss, hält er für «völlig unnötig» und fügt an: «Haben die Politiker keine anderen Probleme?» Egli-Zimmermann wollte sich auf Anfrage nicht dazu äussern.

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