Petition für Maskenpflicht an Schulen - «Gummibärli im Znüni problematischer als eine Durchseuchung»
Publiziert

Petition für Maskenpflicht an Schulen«Gummibärli im Znüni problematischer als eine Durchseuchung»

Die Corona-Fallzahlen bei Kindern stiegen nach den Sommerferien sprunghaft an. Ein Basler Vater kämpft mit einer Petition gegen die Durchseuchung der Kinder an und kritisiert, dass nun fast nichts mehr für die Kinder getan werde.

von
Seline Bietenhard
1 / 4
Das Abschaffen der Schutzmassnahmen an Schulen führte nach den Sommerferien zu häufigen Corona-Ansteckungen.

Das Abschaffen der Schutzmassnahmen an Schulen führte nach den Sommerferien zu häufigen Corona-Ansteckungen.

20min/Taddeo Cerletti
Diverse Basler Eltern zeigten sich «entsetzt über das fahrlässige Verhalten».

Diverse Basler Eltern zeigten sich «entsetzt über das fahrlässige Verhalten».

20min/Taddeo Cerletti
Ein Basler Vater startete daraufhin eine Petition, mit welcher er sich gegen eine «Durchseuchung» der Kinder stark macht.

Ein Basler Vater startete daraufhin eine Petition, mit welcher er sich gegen eine «Durchseuchung» der Kinder stark macht.

Screenshot Campax

Nachdem die Corona-Fallzahlen an Schulen nach den Sommerferien wieder sprunghaft angestiegen sind, führten erste Baselbieter Schulen bereits wieder eine Maskenpflicht ein. Zuvor waren an den Schulen alle vorher geltenden Schutzmassnahmen wieder abgeschafft worden. Diverse Basler Eltern zeigten sich «entsetzt über das fahrlässige Verhalten» des Basler Erziehungsdepartements und der Volksschulleitung. Sie kritisierten das Zurückfahren des Schutzkonzeptes trotz der gefährlicheren Delta-Variante als «im höchsten Mass unverantwortlich».

Ein Basler Vater startete daraufhin eine Petition, mit welcher er sich gegen eine «Durchseuchung» der Kinder stark macht. «Nun, wo ein Grossteil der Bevölkerung geimpft ist, wird gerade für die Kinder, die sich noch nicht einmal impfen lassen dürfen, fast nichts mehr getan. Das können wir nicht hinnehmen», heisst es im Petitionstext. Lanciert wurde die Petition von Christian Walter. Der Vater setzt sich für die Kinder ein, da diese als einzige Altersgruppe in der Schweiz keine Lobby haben. «Wenn ich mich nicht für mein Kind und alle anderen Kinder einsetze, wer bin ich dann», so Walter.

«Es ist traurig, dass wir in der Gesellschaft diese Diskussion überhaupt führen müssen.»

Christian Walter, Petitionär

«Es ist traurig, dass wir in der Gesellschaft diese Diskussion überhaupt führen müssen», sagte der Vater zu 20 Minuten. «Es ist doch absurd, wenn Gummibärli im Znüni problematischer sind, als eine Durchseuchung der Kinder mit einem unbekannten Virus», sagte Walter. Die Petition fordert, dass alle Schutzmassnahmen, die im laufenden Schuljahr 21/22 abgeschafft wurden, wieder aufgenommen werden. So soll die Verantwortung für das Lüften in den Klassenzimmern neu bei der Schulleitung liegen und nicht mehr beim Lehrpersonal.

Via Schulkommunikationsanlage könne das Lüften zeitlich getaktet werden, so der Petitionstext. «In den Klassen kann jeweils täglich ein anderes Kind zum «Fensterli-Dienst» eingeteilt werden. So werden die Kinder aktiv eingebunden», heisst es weiter. Zudem fordern die Petitionäre eine Wiedereinführung der Maskenpflicht. Diese gewünschten Massnahmen sollen laut Christian Walter so lange gelten, bis ein Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen werde.

«Wenn Conradin Cramer sagt, man könne halt nichts dagegen machen, dann ist das schon sehr fragwürdig»

Pascal Pfister, Grossrat SP

Pascal Pfister, SP-Grossrat, äusserte sich auf Twitter bereits mehrfach zu den steigenden Fallzahlen an den Schulen. «Eine proaktive Durchseuchung der Kinder kann keine Lösung sein», sagte Pfister zu 20 Minuten. Die Behörden müssten einen klaren Plan entwickeln, um dieses Szenario zu verhindern. «Wenn Conradin Cramer sagt, man könne halt nichts dagegen machen, dann ist das schon sehr fragwürdig», so Pfister. Man müsse jetzt weiterhin am Ziel festhalten, dass möglichst wenige Kinder angesteckt werden. Die Petition wurde am 14. September bei der Petitionskommission des Grossen Rates eingereicht und darüber beraten. In der Oktober-Session wird dann der Grosse Rat über die Petition diskutieren.

Gymnasium kauft CO2-Messgeräte für alle

Das Basler Gymnasium am Münsterplatz organisierte kurzerhand für alle Schulzimmer CO2-Messgeräte, berichtete das «SRF Regionaljournal». Die Messgeräte seien bereits in den Klassenzimmern installiert worden. Das Basler Erziehungsdepartement zweifelt an einem flächendeckenden Einsatz der CO2-Messgeräte, es sei nicht sinnvoll.

Laut dem Erziehungsdepartement sollen die bereits gekauften Messgeräte in einen Gesamtpool kommen. Das Ziel des Pools ist, dass alle Schulklassen ein CO2-Messgerät kurzzeitig ausleihen können. Die Idee dahinter ist, dass die Klassen das richtige Gefühl erhalten, wann wieder gelüftet werden müsse.

Deine Meinung

37 Kommentare