Aktualisiert 24.06.2018 17:17

Unwissende Aarebötler

Gummiboot ohne Adresse kann zur Anzeige führen

Die Aareböötle-Saison ist in vollem Gange. Was kaum einer weiss: Wer sein Boot nicht beschriftet, dem droht eine Anzeige.

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Die Aareböötle-Saison 2018 hat angefangen. Was kam ein Böötler weiss: Boote müssen gekennzeichnet sein.

Die Aareböötle-Saison 2018 hat angefangen. Was kam ein Böötler weiss: Boote müssen gekennzeichnet sein.

Keystone/Peter Schneider
Laut dem schweizerische Binnenschifffahrtsgesetz müssen «Schlauchboote, Kajaks, Kanus, Standup-Paddelboote müssen an gut sichtbarer Stelle mit Name, Vorname, Adresse des Eigentümers oder des Halters angeschrieben sein», sagt Thalia Mosimann von der Kapo Solothurn.

Laut dem schweizerische Binnenschifffahrtsgesetz müssen «Schlauchboote, Kajaks, Kanus, Standup-Paddelboote müssen an gut sichtbarer Stelle mit Name, Vorname, Adresse des Eigentümers oder des Halters angeschrieben sein», sagt Thalia Mosimann von der Kapo Solothurn.

Keystone/Manuel Lopez
Dies soll den Rettungskräften helfen herrenlose Boote zuzuordnen und aufwändige Suchaktionen zu vermeiden.

Dies soll den Rettungskräften helfen herrenlose Boote zuzuordnen und aufwändige Suchaktionen zu vermeiden.

Keystone/Manuel Lopez

Ein Gruppe junger Solothurnern Böötler nutzte vor einigen Tagen das schöne Wetter, um sich auf der Aare zwischen Büren und Grenchen treiben zu lassen. Doch der sommerliche Ausflug wurde vom Aufkreuzen dreier Polizisten auf einem Motorboot unterbrochen.

«Eine Patrouille hat uns angehalten und zurechtgewiesen», sagt einer der Hobby-Kapitäne zu 20 Minuten. Der Grund: Die Gruppe hatte beim Ausflug unwissend gegen das Gesetz verstossen. «Die Polizisten sagten uns, dass sämtliche Schwimmkörper personalisiert werden müssten – von dieser Regelung habe ich noch nie gehört», erzählt der Mann. Weil das Boot nicht mit Name und Adresse des Besitzers beschriftet war, drohten ihm die Ordnungshüter gar mit einer Anzeige.

Unwissende Masse

Die Kapo Solothurn beruft sich hierfür auf das Schweizerische Binnenschifffahrtsgesetz: «Schlauchboote, Kajaks, Kanus oder Standup-Paddelboote müssen an gut sichtbarer Stelle mit Name, Vorname und Adresse des Eigentümers oder des Halters angeschrieben sein», sagt Kapo-Sprecherin Thalia Mosimann.

«Wer weiss schon, dass eine solche Beschriftung obligatorisch ist?», fragt der Solothurner Aarepirat. Er bezweifle, dass das in Solothurn je gemacht werde. In der Tat sind beim beliebten Aareböötle kaum Boote nach Vorschrift gekennzeichnet – auch im Kanton Bern nicht, wie ein Augenschein am Wochenende in Thun Schwäbis zeigt. «Ich gehe jeden Sommer mindestens drei Mal auf der Aare böötlen. Dass ich mein Boot anschreiben muss, habe ich noch nie gehört», sagt Daniel K. kurz vor dem Einwassern.

Es droht eine Anzeige

Die Kantonspolizei Bern weist auf ihrer Website auf die Regelung hin: «Als Besitzer eines Schlauchboots sind Sie gemäss Binnenschifffahrtsverordnung verpflichtet, Ihr Schlauchboot mit Name und Adresse zu beschriften. Dies erleichtert den Rettungskräften, herrenlose Boote dem Besitzer zuzuordnen und hilft ebenfalls, aufwändige Suchaktionen zu vermeiden», heisst es dort. Auch die Kapo Solothurn hat entsprechende Hinweise im Netz veröffentlicht.

Nicht-Befolgen kann für Aareböötler unangenehme Folgen haben, denn es droht nicht nur eine Busse: «In Bezug auf Bootsbeschriftungen kommt es zwangsläufig zur Anzeige und nicht zur Busse», sagt Thalia Mosimann von der Kapo Solothurn. Die erwähnten Solothurner Böötler hatten diesbezüglich jedoch Glück: «Die Polizisten haben uns lediglich ermahnt. Sie sahen von einer Anzeige ab.»

Wer in den Kantonen Bern und Thurgau lebt, kann diesbezüglich aufatmen: Hier müssen Gummiboote nicht zwingend angemeldet werden, wenn sie auf Fliessgewässern oder in der Uferzone von Seen verwendet werden.

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