M12 und M13: Gummischrot gegen Bündner Bären
Aktualisiert

M12 und M13Gummischrot gegen Bündner Bären

Die Bärenbrüder Sam und Paul sind in Österreich unterwegs. Weil sie zuvor wiederholt in Siedlungen aufgetaucht waren, darf mit Gummischrot geschossen werden.

von
Maja Sommerhalder

Die jungen Bärenbrüder Sam (M13) und Paul (M12) sind gemeinsam auf Wanderschaft, gestern wurden sie im Grenzgebiet Tirol und Graubünden gesichtet. Obwohl sie sich bisher unauffällig verhielten, sind sie schon im Visier der Tiroler Bärenbeauftragten. Mit Gummischrot und Knallkörpern wollen sie auf die 120 Kilogramm schweren Tiere schiessen, falls diese den Menschen zu nahe kommen. Im Unterengadin war Sam so mindestens zweimal vertrieben worden, weil er immer wieder in Siedlungsgebieten auftauchte. «In den Bergen liegt noch zu viel Schnee, deshalb sucht der Bär bei den Menschen nach Futter», erklärt der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi. Man müsse ihm dies aber so schnell wie möglich abgewöhnen: «Wenn der Fehler einmal drin ist, kann man ihn kaum mehr austreiben.» Im schlimmsten Fall bleibe nichts anderes übrig, als die Tiere zu erschiessen.

Für WWF-Sprecher Stefan Inderbitzin können Vertreibungsaktionen mit Gummischrot und Knallkörpern nötig sein: «Sie funktionieren aber nur, wenn sie weh tun.» Verscheuchen alleine bringe nichts: «Gleichzeitig müssen die Menschen ihre Ställe, Abfallbehälter und Bienenhäuschen bärensicher machen.» Zudem dürften sie den Tieren nicht zu nahe kommen, dies gelte auch beim Fotografieren. «Sonst verlieren die Bären ihre Scheu», so Inderbitzin.

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