Aktualisiert

Gunther von Hagens will Selbstmörder plastinieren

Gunther
von Hagens provoziert
wieder: Der Anatom von
«Körperwelten» will
einen Selbstmörder
plastinieren und ihn
neben dessen toter Frau
zur Schau stellen.

Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit Herbert H.: Vor sieben Jahren verlor der 61-jährige Deutsche seine Tochter (22) durch einen Unfall, und diesen August nahm ihm der Krebs seine Frau (52). Das war ihm zu viel. Am 5. November, dem Todestag der Tochter, raste er mit seinem Auto in einen Baum. Er starb an Ort und Stelle. «Fünf Tage noch, dann bin ich bei Dir. Dein Paps», stand im Abschiedsbrief, der am Unglücksort gefunden wurde. Auch ein Foto seiner Frau hatte er dabei.

Herbert H. hatte zudem einen Körperspenderausweis. Er will – wie auch seine Frau – plastiniert werden. Gunther von Hagens und sein Unternehmen gehen diesem Wunsch nun nach. Der umstrittene Professor will für eine Ausstellung Herbert H.s plastinierte Leiche ans Steuer des Autowracks setzen. «Die tödlichen Verletzungen sollen sichtbar sein», sagte Von Hagens gegenüber «Bild», «als Ermahnung zur Vorsicht im Strassenverkehr.» Daneben soll die plastinierte Leiche seiner Frau zu stehen kommen.

Von Hagens: «So sind beide im Tod wieder vereint.» Der eben begonnene Plastinierungsprozess wird noch mindestens ein halbes Jahr dauern.

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