Hitze: Gurten-Besucher trinken mehr Wasser als Bier
Aktualisiert

HitzeGurten-Besucher trinken mehr Wasser als Bier

Vernünftige Besucher, kaum Hitzeopfer und ein Berner Getränk, das Cro nun immer trinken will: Die Güsche-Macher ziehen eine durchwegs positive Bilanz.

von
Andrea Muff
Fabian (li) und Pascal geniessen auch den letzten Festival-Tag in vollen Zügen.

Fabian (li) und Pascal geniessen auch den letzten Festival-Tag in vollen Zügen.

Sonnenschein und Megahitze: Der Güsche zeigte sich dieses Jahr von seiner besten Seite. Drei Tage waren wieder ausverkauft und schon am Donnerstag tanzten mehr als 18'000 durch die Nacht. «Wir bewegen uns wieder im Rahmen vom letzten Jahr – rund 78'000 Festivalbegeisterte kamen», sagt Mediensprecher Simon Haldemann. Die gesamte Bilanz sei dieses Jahr durchwegs positiv.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb aber bei einigen VIP-Gästen zurück: Sie mussten trotz Vortritt längere Zeit vor der Gurtenbahn anstehen und auch das Gedränge auf der VIP-Tribüne war am Freitag gross. Weiter hatten die Techniker mit Lautsprechern zu kämpfen, die teilweise ausfielen. «Es handelte sich dabei um unwesentliche Probleme, die rasch behoben werden konnten», so Haldemann.

Mehrheitlich kleinere Blessuren

Der Berg wurde offenbar vor allem von vernünftigen Festivalwütigen gestürmt: «Es wurde mehr Wasser als Bier getrunken», so Haldemann. Genaue Zahlen lägen noch nicht vor.

So gab es im Sanitäts-Zelt auch wenig Alkoholleichen zu versorgen: «Rund 20 Personen mussten länger überwacht werden, weil sie zu viel getrunken hatten», sagt die Gurten-Sanitätsverantwortliche Meret Lemann. Nur eine Person habe wegen zu viel Hochprozentigem ins Spital gebracht werden müssen. Des weiteren habe sich ein Besucher das Sprunggelenk gebrochen und ein anderer Probleme mit seiner Diabetes – beide mussten zur Beobachtung ins Spital. Ansonsten behandelte Lemann vor allem Bagatellen wie Blasen an den Füssen, Kopfschmerzen oder kleinere Wunden.

Likör gegen Pandamaske tauschen

Auch die Bands schwärmten vom Berner Festival-Feeling und der Stadt: Scouting for Girls besuchten den Bärenpark, Farin Urlaub von den Ärzten liess sich zu einem Aareschwumm verleiten. Die Festivalorganisatoren wollten den Bands aber auch etwas Lokalkolorit schenken: «Wir wollten den Bands etwas Bernisches zum Trinken bieten», so Philippe Cornu. Man habe ihnen eine Flasche Ingwerer-Schnaps aus der Lorraine offeriert. Die meisten der Musiker hätten nicht so genau gewusst, was sie vom Getränk halten sollten. Es schmecke ein wenig gesund und sei fast ein bisschen zu scharf. «Doch Cro entpuppte sich als Riesen-Fan – künftig möchte er auf Tour backstage immer Ingwerer trinken», so Cornu zu 20 Minuten. Der deutsche Musiker will den Berner Likör nun auf seine Tour-Wunschliste setzen lassen.

Die Ingwerer-Erfinder sind sichtlich stolz: «Wir werden es uns nicht nehmen lassen, ihm die ersten Flaschen höchstpersönlich ins Backstage zu liefern. Wer weiss, vielleicht können wir die erste Flasche gegen seine Pandamaske tauschen», sagt Firmenmitinhaber Simon Borchardt.

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