Gurtenfestival: 17-Jährige starb an Blutvergiftung
Aktualisiert

Gurtenfestival: 17-Jährige starb an Blutvergiftung

Die junge Festivalsbesucherin ist in der Nacht auf heute an einer Blutvergiftung mit Meningokokken gestorben. Trotz sofortiger Behandlung führte die Blutvergiftung zum Versagen lebenswichtiger Organe.

Die Kontaktpersonen der Frau wurden behandelt, wie das Kantonsarztamt Bern mitteilte. Für die übrigen Festivalbesucher bestehe keine Gefahr.

Die Frau war am Sonntagmorgen mit Verdacht auf Hirnhautentzündung ins Spital eingeliefert worden. Nach ausgesprochen schwerem Krankheitsverlauf verstarb sie trotz sofortiger Behandlung mit Medikamenten in der Nacht auf Montag. Die Frau sei an den Folgen einer Blutvergiftung mit Meningokokken gestorben, sagte der stellvertretende Berner Kantonsarzt, Peter Frey. Die Blutvergiftung habe zum Versagen von lebenswichtigen Organen geführt. Der Verdacht auf Hirnhautentzündung, die auf denselben Erreger zurückgehen würde, konnte bislang nicht bestätigt werden. Die definitiven bakteriologischen Nachweise liegen erst am kommenden Mittwoch vor.

Meningokokken werden über Haut- und Intimkontakt, das heisst über Speichel und andere Körperflüssigkeiten, übertragen. Die Familienangehörigen der verstorbenen jungen Frau, ihre engsten Freunde und Zeltkollegen auf dem Gurten sowie die Personen, die sie gepflegt hatten, werden laut Frey mit Medikamenten gegen eine Meningokokken-Infektion behandelt. Bei den übrigen Festivalbesuchern sei eine Behandlung nicht angebracht, sagte Frey. Nur durch Husten oder Atem würden die Erreger nicht übertragen.

Pro Jahr werden in der Schweiz laut Frey 150 bis 180 Fälle von Meningokokken-Infektionen - einer bakteriellen Erkrankung - gemeldet. Nur ganz wenige Fälle verlaufen aber derart schwer wie bei der 17-jährigen Frau. Träger der Bakterien seien sehr viele Menschen; bei den meisten treten aber keine Symptome auf. Nur bei sehr wenigen Trägern drängen die Bakterien in Gewebe und Blut ein, sagte Frey. Betroffen von tödlichen Erkrankungen sind vor allem Kinder und Jugendliche.

Laut einem Sprecher des Bundesamts für Gesundheit (BAG) werden bei allen Meningokokken-Fällen die Personen, die in engem Kontakt mit der infizierten Person gewesen sind, als Vorsichtsmassnahme mit Antibiotika behandelt. Bei den oft betroffenen Schulkindern betreffe dies meist die ganze Schulklasse, die Familie des Kindes und weitere Personen. Eine Meningokokken-Infektion ist beim BAG meldepflichtig, die Kompetenz liegt beim Kantonsarzt. (dapd)

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