Aktualisiert 18.05.2005 19:01

«Episode III – The Revenge of the Sith»

Gut Ende, alles gut

Summende Lichtschwerter, mutige Piloten und ein wandelnder Bettvorleger: Weshalb man sich der Magie von «Star Wars» nicht entziehen kann.

Fanfaren und Pauken ertönen, und sofort stellt sich ein Kribbeln ein. Wir reiben uns vergnügt die Hände: «Star Wars» flimmert über die Mattscheibe. Die Weltraum-Saga des amerikanischen Produzenten und Regisseurs George Lucas zieht einen jedes Mal von neuem in ihren Bann. Die in der Vergangenheit spielende Geschichte um das Schicksal einer weit, weit entfernten Galaxis ist einer der wenigen gelungenen Mehrteiler der Filmgeschichte. Momentan spricht aus aktuellem Anlass wieder mal die ganze Welt über Jedi-Ritter, blecherne Kreaturen und die dunkle Seite der Macht, denn ab heute läuft in der Schweiz der insgesamt sechste und letzte Film der Doppeltrilogie im Kino an.

Während die einen diesem Augenblick schon seit Monaten entgegenfiebern und zur Vorbereitung noch einmal alle vorherigen Teile anschauen, spötteln und kritteln andere wie schon seit über zwanzig Jahren munter drauflos. Die Filme seien nur auf Kinder zugeschnitten, das sei stumpfes Weltraumgeballere, eine öde Technikschlacht – oder die Geschichte sei so kompliziert, dass man als Neuling den Einstieg nicht mehr finde, heisst es dann oft. Wir sagen: alles Unsinn. «Star Wars» ist das grösste Film-Märchen aller Zeiten.

Die Filme der ersten Trilogie – zwischen 1977 und 1983 in den Kinos – könnte man sich heute noch täglich ansehen. Es sind Abenteuerfilme mit spannenden Schauplätzen und einer enormen Fülle von obskuren Kreaturen, deren Verhalten oft sehr menschliche Züge trägt. Wir haben in den «Star Wars»-Filmen einige der coolsten und zugleich liebenswürdigsten Figuren der Filmgeschichte kennen gelernt. Figuren, die einem ans Herz wachsen, mögen sie nun komplett aus Metall (C-3PO) bestehen, von der Gestalt her überhaupt nicht menschen-, sondern eher abfalleimerähnlich (R2-D2) oder über zwei Meter gross und extrem behaart (Chewbacca) sein. Yoda, ein kleines, grünes Männchen mit spitzen Ohren und einer kranken Grammatik, ist der Chef-Jedi und lehrt seinen Schüler Luke Skywalker die Beherrschung der so genannten Macht, die ihm magische Kräfte verleiht und mit einem Anything-Goes- Glauben gekoppelt ist. Das über 900 Jahre alte machtvolle Männchen spricht verdrehte Sätze wie «Wenn diese Welt ich verlassen habe, der letzte der Jedi wirst du sein» – und stirbt dann zu Beginn von Episode VI tatsächlich.

So cool aber die Jedis Yoda, Obi-Wan Kenobi und Luke Skywalker auch sein mögen, sie sind nicht unbedingt die Stars der Trilogie: Raumschiffpilot Han Solo (gespielt vom jungen Harrison Ford) und sein Copilot Chewbacca stehlen ihnen locker die Show. Sie steuern gemeinsam den Millennium Falcon, «die schnellste Schrottmühle der gesamten Galaxie», und entwickeln sich vom eingeschworenen Schmugglerteam zu den wichtigsten Mitgliedern der Rebellen. Während Han Solo den raubeinigen, mutigen Draufgänger mimt, überspielt Chewie sein etwas ängstliches Wesen oft mit lautem Röhren oder Gebrüll. Seine einzige Verständigungsform ist eine Mischung aus Gorilla-Geschrei und robbenartigem Kreischen. Er wird wegen seines etwas tollpatschigen Verhaltens und seltsamen Aussehens mal als «wandelnder Bettvorleger», mal als «dämliches Pelzvieh» und dann wieder als «Magen-gesteuert» bezeichnet, ist aber eigentlich die Liebenswürdigkeit und Loyalität in Person, der nur gegen die Feinde seines Freudes Han Gewalt anwendet. Er ist ganz klar der wahre Held der Weltraum-Saga – und eine absolute Kultfigur.

Wieso Peter Mayhew für seine Darstellung des Wookiees Chewbacca keinen Oscar erhalten hat, ist bis heute das Geheimnis der Academy geblieben. Nach «Episode III» hat sie noch eine letzte Gelegenheit, diesen grossartigen Schauspieler gebührend zu würdigen. Immerhin spielen Teile des Films auf Chewbaccas Heimatplanet Kashyyyk. Chewie und seine Artgenossen von der Spezies der Wookiees werden so wohl zu den Stars des neuen Streifens avancieren. Danke, dass es dich gibt, Chewie!!

Adrian Schräder

«Episode III – The Revenge of the Sith» ist ab heute überall in den Kinos zu sehen. Die erste Trilogie der «Star Wars»-Saga ist für knapp 80 Franken als DVD-Set erhältlich.

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