Aktualisiert 09.03.2011 21:34

Familiensache

Gut im Schuss

Die FCZ-Brüder Raphael und Philippe Koch sind auch privat ein Team.

«Man weiss genau, wie der Brüetsch spielt»: Raphael (r.) und Philippe Koch auf der Zürcher Allmend. (Nicolas Duc)

«Man weiss genau, wie der Brüetsch spielt»: Raphael (r.) und Philippe Koch auf der Zürcher Allmend. (Nicolas Duc)

Philippe, 20, Champions League

«Mit 14 bin ich ausgezogen, nach Emmen, ins Ausbildungszentrum des Schweizerischen Fussballverbands. Die ersten Monate ohne Familie waren schlimm. Ich hatte nicht so viel Kontakt mit Raphi wie heute. Jetzt sehen wir uns fast 24 Stunden am Tag. Ich war nie der Typ, der ausgeht. Während der Saison geht das nicht. Null Alkohol. Wir vermissen beide nichts, wir kennen es ja nicht anders. Als sich Raphi am Knie verletzt hatte, hat er sich sehr zurückgezogen. Ich habe ihm damals immer gesagt: ‹Mach weiter!› Ich denke, wir haben Glück, dass wir einander haben. Und es ist das Geilste, dass wir im gleichen Verein spielen können. Die Champions League war crazy. Ich spielte gegen Kaká, Ronaldo und Ronaldinho. Das ist das Grösste für einen Fussballer. Das will ich noch mal erleben. Am besten mit dem Bruder. Nach dem Sieg gegen

Milan in der Cham­pions League habe ich mir etwas gegönnt: eine Tasche von Louis Vuitton.»

Raphael, 21, Super League

«Ich hätte einmal fast aufgehört mit Fussball. 2007 hatte ich mir den Meniskus gerissen. Ich musste acht Monate pausieren. Im ersten Match ist er dann grad wieder gerissen. Das war meine schwerste Zeit. Ich fragte mich, ob mein Körper zu empfindlich ist. Damals lief es Philippe super, er wechselte zum FCZ. Das hat mich motiviert. Er hat mich unterstützt. Als Philippe mit 14 nach Emmen ging, fand ich das super für ihn. Ich habs ihm gegönnt. Aber er hat mir gefehlt. Als ich am Fernsehen gesehen habe, wie Philippe zur Champions-League-Melodie einläuft, da hatte ich Hühnerhaut — nur schon vom Zuschauen. Nun wohnen wir zusammen. Wir machen gemeinsam den Haushalt, kochen und waschen — wir versuchens wenigstens. Philippe und ich teilen uns auch ein Auto, einen Mini. Es war sehr spe­ziell für mich, als wir vergangene Saison erstmals zusammen für den FCZ spielen konnten. Auf dem Platz ist es super, weil man genau weiss, wie der Brüetsch spielt.»

Eingespielt

Raphael und Philippe Koch waren schon 1995 ein eingespieltes Team, als sie in der Stube für dieses Bild posierten. Heute sind sie Profifussballer beim FC Zürich: Phi­lippe seit 2007, sein älterer Bruder seit 2009. Aufgewachsen sind sie in Biberist SO, wo ihr Vater Präsident des Fussballclubs war. Mit Zürich stehen die Kochs im Rennen um den Meistertitel und den Cup. Phi­lippe hat einen Stammplatz als Verteidiger. 2009 spielte er in der Champions League. Raphael kam diese Saison bisher zu vier Einsätzen. Die beiden wohnen in einer WG in Zürich.

Fehler gefunden?Jetzt melden.