Thun : Gut integrierter Eritreer soll jetzt alles verlieren
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Thun Gut integrierter Eritreer soll jetzt alles verlieren

Solomon Berihu aus Eritrea gilt als Paradebeispiel für eine gelungene Eingliederung in der Schweiz. Doch ihm droht die Ausschaffung, Wohnung und Job musste er bereits aufgeben.

von
rc
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Solomon Berihu war nicht auf staatliche Hilfe angewiesen. Er bezahlte seine Wohnung und Rechnungen selbst.

Solomon Berihu war nicht auf staatliche Hilfe angewiesen. Er bezahlte seine Wohnung und Rechnungen selbst.

Screenshot/TeleBärn
Mittlerweile konnte sich der 27-jährige Eritreer ein stabiles Umfeld aufbauen. Er spielt Fussball in einem lokalen Verein.

Mittlerweile konnte sich der 27-jährige Eritreer ein stabiles Umfeld aufbauen. Er spielt Fussball in einem lokalen Verein.

Screenshot/TeleBärn
Aufgrund seines negativen Asylentscheids wird der junge Mann komplett aus dem Leben gerissen. Er verliert Arbeit, Wohnung und muss zurück ins Asylheim.

Aufgrund seines negativen Asylentscheids wird der junge Mann komplett aus dem Leben gerissen. Er verliert Arbeit, Wohnung und muss zurück ins Asylheim.

Screenshot/TeleBärn

Berihu ist das Musterbeispiel für eine gelungene Integration: Innerhalb von nur dreieinhalb Jahren lernte er Deutsch, fand einen Job, bezog eine eigene Wohnung und fing an, Steuern zu zahlen. Nun bricht seine Welt zusammen: Da der Asylentscheid des 27-Jährigen, der in seiner Heimat wegen Verweigerung des Militärdiensts verfolgt wurde, negativ ausfiel, musste er wieder zurück ins Asylheim.

«Ich habe alles verloren, was ich mir aufgebaut hatte», so Solomon Berihu im Interview mit Tele Bärn. Seither werde er von Kopfschmerzen geplagt. «Ich bezahle Krankenkasse, AHV und IV sowie Miete selbst und ohne Unterstützung», versichert der Eritreer. Er sei nie auf staatliche Hilfe angewiesen gewesen und bedaure, dass er jetzt mit Arbeiten aufhören müsse.

Chef und Freunde verstehen die Welt nicht mehr

«Dass er hier nicht mehr arbeitet, ist ein grosser Verlust für uns», sagte Berihus Vorgesetzter im Interview. Er sei im Team sehr beliebt gewesen. «Wir bedauern den Entscheid sehr und verstehen diesen nicht», so der Leiter eines Fast-Food-Restaurants weiter.

Auch im Fussballteam, in dem Berihu Captain ist, sorgt der Entscheid für Empörung: «Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Ich verbringe so viel Zeit mit ihm und merke, wie er immer grössere Fortschritte macht», so Teamkollege Timo Kuhn. Er hat Berihus Integrationsprozess begleitet.

Briefe für Hoffnung

Berihus Umfeld will den Entscheid nicht einfach hinnehmen und versucht, dem Eritreer wieder zurück in sein neu aufgebautes Leben in der Schweiz zu verhelfen. «Rechtlich gibt es leider keinen grossen Spielraum, dennoch geben wir nicht auf», sagt Kuhn zu 20 Minuten. Er hat nun einen offenen Brief

geschrieben und hofft, damit etwas zu erreichen.

Der Beitrag von TeleBärn:

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