Aktualisiert 05.10.2004 07:28

Gutachten: Pinochet hat Gedächtnis verloren

Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet hat laut einem neuen medizinischen Gutachten sein Gedächtnis völlig verloren.

Der Gesundheitszustand des 88-Jährigen habe sich erheblich verschlechtert.

Pinochet könne nicht einmal mehr sitzen, sagte der Neurologe Sergio Ferrer am Montag in Santiago de Chile. Der Richter Juan Guzmán Tapia hatte drei Ärzte mit einem Gutachten beauftragt, das klären soll, ob Pinochet körperlich in der Lage ist, einen Prozess zu überstehen.

Der Neurologe Ferrer wurde von der Verteidigung als Gutachter beauftragt. Die anderen beiden Ärzte haben noch bis Freitag Zeit, ihr Urteil abzugeben. Wegen seines Gesundheitszustandes entging Pinochet 2002 bereits einem Prozess wegen Menschenrechtsverletzungen.

Ermittlungsrichter Guzmán Tapia will den chilenischen Ex- Machthaber wegen seiner Beteiligung an der berüchtigten «Operation Condor» südamerikanischer Militärmachthaber gegen Oppositionelle in den Siebziger und Achtziger Jahren den Prozess machen.

Pinochet regierte Chile nach einem Militärputsch von 1973 bis 1990. Während seiner Diktatur wurden rund 3000 Menschen ermordet oder verschwanden.

(sda)

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