Aktualisiert 06.09.2007 21:47

Gute Aussichten für James Blunt

Seine Single schoss bereits an die Chartspitze. Nach seinem Auftritt vom Mittwoch in London steht so gut wie fest, dass dies auch Blunts neues Album tun wird.

Kein britisches Album hat sich in den letzten zehn Jahren weltweit besser verkauft als das Debüt von James Blunt. Wird der Ex-Soldat mit dem Zweitling «All the Lost Souls» den Erfolg konsolidieren können? Oder wird er bald nur noch als die Eintagsfliege mit «You're Beautiful» in Erinnerung bleiben? Im intimen und doch spektakulären Koko in London probierte er am Mittwochabend ein paar neue Songs zum ersten Mal «live» aus. Danach darf man getrost die Prophezeiung wagen, dass das Ende von Blunts schmerzgetränkter Wieherstimme noch nicht abzusehen ist.

Über der Bühne hängt wie ein Kneipenschild der Albumtitel in Neon. Im Publikum wimmelt es kurioserweise von Möchtegern-Seite-3-Girls. Das düsenjägerhafte Kreischen, das losgeht, als Blunt wie ein Guerilla mit vorgehaltener Gitarre auf die Bühne tigert, lässt ausser Zweifel, dass sein bärtiges Konterfei in gewissen Kreisen schmutzige Gedanken auslöst. Die Evergreens «You're Beautiful», «Goodbye My Lover», «Wisemen» und vor allem «So Long Jimmy», wo Orgel und Gitarre richtig von der Leine gelassen werden, lösen natürlich die grösste Begeisterung aus.

Die neuen Songs gemahnen da an den Elton John der 70er-Jahre, dort an Gilbert O'Sullivan. Aber Lieder wie «1973», «Carry You Home» und vor allem «Shine On» («with your smile just as bright as the sun») spielen dermassen ansteckende Ohrwurmqualitäten aus, dass sie schon nach dem ersten Refrain klingen wie alte Bekannte. Und das war schon immer James Blunts grosser Trick.

Hanspeter Künzler

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