Umfrage - Gute Chancen für «Ehe für alle», Juso-Initiative stürzt wohl ab
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UmfrageGute Chancen für «Ehe für alle», Juso-Initiative stürzt wohl ab

Laut der Abstimmungsumfrage von 20 Minuten und Tamedia kann die LGBTQI-Community am Abstimmungssonntag einen Sieg erringen. Weniger gut sieht es für die Juso aus.

von
Pascal Michel
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Das Parlament wollte die gesetzliche Grundlage für die «Ehe für alle» schaffen. Dagegen wurde das Referendum ergriffen.

Das Parlament wollte die gesetzliche Grundlage für die «Ehe für alle» schaffen. Dagegen wurde das Referendum ergriffen.

Operation Libero
Deshalb kommt die Vorlage am 26. September an die Urne.

Deshalb kommt die Vorlage am 26. September an die Urne.

Die 20-Minuten-Umfrage zeigt, dass die «Ehe für alle» bei den Stimmberechtigten auf viel Zuspruch stösst.

Die 20-Minuten-Umfrage zeigt, dass die «Ehe für alle» bei den Stimmberechtigten auf viel Zuspruch stösst.

20min/ Astrid Winiker

Darum gehts

  • Die neue Abstimmungsumfrage zeigt, wo die Stimmberechtigten zwei Wochen vor dem Urnengang stehen.

Die neue 20-Minuten-Umfrage zeigt zwei klare Trends: Die «Ehe für alle» wird von einem Grossteil der Stimmberechtigten unterstützt. Bei der Volksinitiative der Juso (99-Prozent-Initiative) verhält es sich umgekehrt: Dort wollen drei Viertel ein Nein einlegen.

Gemäss der Umfrage sagen derzeit 67 Prozent Ja oder eher Ja zur «Ehe für alle». Damit können die Befürworter wie schon bei der letzten Umfragewelle auf grosse Unterstützung zählen. 32 Prozent sprechen sich gegen das Anliegen aus. Die Meinungen sind gemacht. Nur ein Prozent ist noch unentschlossen.

Es gibt zwei Hauptargumente auf der Pro-Seite: Die Hälfte der Befürworterinnen und Befürworter gibt an, dass Homo- und Bisexualität längst Normalität seien und die Ausweitung der Ehe diese Ungleichbehandlung beende. Und knapp ein Drittel ist der Meinung, dass der Staat eine Lebensform nicht einer anderen vorziehen dürfe.

Bei den Gegnerinnen und Gegnern finden sich gleich drei Argumente: Auf der einen Seite sind sie der Meinung, dass eine Ausweitung nicht nötig sei, da es für homosexuelle Paare bereits die Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft gebe. Auf der anderen Seite schade die Ehe für alle dem Kindswohl und die Ehe als Verbindung sei Männern und Frauen vorbehalten.

Das Parlament hatte auf dem Gesetzesweg beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare zivil heiraten können und damit anderen Ehepaaren rechtlich gleichgestellt werden. Ausserdem erhalten verheiratete Frauenpaare Zugang zur gesetzlich geregelten Samenspende. Dagegen wurde das Referendum ergriffen, weshalb die Vorlage nun vors Volk kommt.

Gemäss dem Prognosemodell ist die Annahme der «Ehe für alle» «wahrscheinlich». Das bedeutet, dass die Vorlage gemäss Modell in knapp neun von zehn Fällen angenommen werden sollte (wie genau das Prognosemodell funktioniert, sehen Sie hier).

Nur Linke und Grüne für Juso-Initiative

Wenig Chancen an der Urne dürfte dagegen laut der Umfrage die 99-Prozent-Initiative der Jungsozialisten haben. Stand heute hätten dieser 34 Prozent der Stimmberechtigten zugestimmt. Die Initiative will Kapitaleinkommen stärker besteuern. 63 Prozent hätten die Initiative abgelehnt. Der Abwärtstrend hat sich damit seit der letzten Befragung weiter fortgesetzt.

Die «99-Prozent-Initiative» findet lediglich im linken Lager Unterstützung. 71 Prozent der Sympathisantinnen und Sympathisanten der SP wollen ein Ja einlegen, bei jenen der Grünen sind es 72 Prozent.

Knapp ein Drittel der Gegnerinnen und Gegner ist der Meinung, dass eine stärkere Besteuerung von Kapitaleinkommen der Standortattraktivität der Schweiz und mittelfristig der gesamten Volkswirtschaft schade. Befürworterinnen und Befürworter geben hauptsächlich an, dass die Vermögensschere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehe und die Initiative mehr Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Normalverdienern und den «Superreichen» schaffe.

Laut dem Prognosemodell ist eine Annahme der Juso-Initiative «sehr unwahrscheinlich». Das bedeutet, dass die Vorlage gemäss dem Modell in neun von zehn Fällen abgelehnt werden sollte.

Die Umfrage

16'270 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 9. und 10. September an der 3. Welle der Umfrage von 20 Minuten und Tamedia im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmungen vom 26. September 2021 teilgenommen. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit LeeWas durchgeführt. LeeWas modelliert die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,2 Prozentpunkten.

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