Aktualisiert 08.02.2010 13:23

StudienabbrecherGute Jobs zügeln Studis ab

In rund zwei Wochen startet das nächste Semester. Doch nicht alle
Studenten werden zur Schulbank zurückkehren. Persönliches scheitern und die Arbeitswelt sind Gründe dafür.

von
Angela Brunner, students.ch

Im Bachelor-Studium erfolgt die Selektion der Studenten früh. Auch in diesen Tagen erfahren manche, wie sie bei der Prüfung abgeschnitten haben. Mit einem negativen Resultat werden nicht alle fertig. «Zumeist sind es junge Studierende, die in den ersten Prüfungen hängen bleiben», sagt Ulrich Frischknecht, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle für Studierende (PBS) der Universität und ETH Zürich. In Fächern mit hohen Erstsemester-Zahlen würden eher mehr aufhören, unter anderem weil sie die Selektion nicht schaffen oder ein anderes Fach wählen würden.

Ein Viertel der ratsuchenden Studenten meldet sich bei der PBS wegen

Leistungsproblemen und sucht das kostenlose Gespräch mit einem Psychologen. Beispielsweise nach einem unfreiwilligen Studienausschluss wegen eines Misserfolgs bei den Wiederholungsprüfungen. «In solchen Fällen suchen wir nach Lösungsmöglichkeiten innerhalb oder ausserhalb der Hochschule», sagt Frischknecht.

Problemfaktoren Motivation und Finanzierung

Oft müssen sich die Studenten neu orientieren und mit ihren enttäuschten Erwartungen umgehen lernen. Für einen Wechsel des Hauptfaches fehle oft die Motivation. Da gilt es abzuklären, ob der erste Frust verfliegt oder eine Abkehr vom Studieren ins Auge zu fassen ist. Dabei würden auch die persönlichen Umstände eine Rolle spielen. «Einen Studienabbruch empfehlen wir nur, wenn die Motivation nicht ausreicht oder die Voraussetzungen sonst ungenügend sind», sagt Frischknecht. Etwa wenn die Finanzierung nicht gesichert sei oder die Familie zu grosse Einwände gegen einen akademischen Weg erhebe.

Karriere und Geld locken

Die meisten Studenten würden ihr Studium aber auf eigene Faust abbrechen, weil sie einen besseren Job gefunden haben, sagt Frischknecht. «Eine gute Stelle ist die grösste Konkurrenz für ein erfolgreiches Studium.» Manche sind vom akademischen Betrieb enttäuscht mangels beruflicher Relevanz und sehen sie sich nach besseren Karrierechancen um. Andere haben einfach den Prüfungsstress satt und lassen die Semestereinschreibung für ein lockeres Leben sausen. Für die meisten dürfte der Studienabbruch langfristig kaum ein schlimmes Schicksal sein, sondern eher eine Änderung der Bildungs- oder Berufsziele.

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