10.04.2020 03:02

Stimmungsbarometer

Gute Noten für Arbeitgeber in der Krise

Viele Schweizer bewerten das Vorgehen ihrer Arbeitgeber im Lockdown mit Bestnoten. Verdienterweise, sagt eine Arbeitspsychologin.

von
bsc
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Das Stimmungsbarometer des Online-Vergleichsdiensts Comparis und des Marktforschungsinstituts Marketagent misst wie gut es der Schweizer Bevölkerung im Lockdown geht.

Das Stimmungsbarometer des Online-Vergleichsdiensts Comparis und des Marktforschungsinstituts Marketagent misst wie gut es der Schweizer Bevölkerung im Lockdown geht.

Keystone/Martial Trezzini
Die erste Umfrage fand am 25. März statt. Seither hat sich die Bewertung verändert. Besonders die Bewertung der Arbeitgeber hat sich verbessert.

Die erste Umfrage fand am 25. März statt. Seither hat sich die Bewertung verändert. Besonders die Bewertung der Arbeitgeber hat sich verbessert.

Comparis
Zu Beginn der Krise bewerteten nur knapp 40 Prozent der Befragten ihre Arbeitgeber als gut bis sehr gut. Inzwischen bewerten über 45 Prozent der Schweizer die Massnahmen ihres Arbeitgebers als gut bis sehr gut.

Zu Beginn der Krise bewerteten nur knapp 40 Prozent der Befragten ihre Arbeitgeber als gut bis sehr gut. Inzwischen bewerten über 45 Prozent der Schweizer die Massnahmen ihres Arbeitgebers als gut bis sehr gut.

Comparis

Fast alle Läden sind zu, viele Geschäfte geschlossen und der Bundesrat hat den Lockdown am Mittwoch sogar verlängert: Wie es der Schweizer Bevölkerung dabei geht, zeigt das Stimmungsbarometer des Online-Vergleichsdiensts Comparis und des Marktforschungsinstituts Marketagent.

Dafür wurden Personen in der ganzen Schweiz über das Krisenmanagement von verschiedenen Akteuren wie Regierung, Gesundheitswesen und Bevölkerung befragt. Die erste Umfrage fand am 25. März statt.

Seither hat sich die Bewertung verändert: Zu Beginn der Krise bewerteten nur knapp 40 Prozent der Befragten ihre Arbeitgeber als gut bis sehr gut. Inzwischen bewerten über 45 Prozent der Schweizer die Massnahmen ihres Arbeitgebers als gut bis sehr gut. Im Tessin sind es sogar über 50 Prozent der Befragten, die sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber sind.

Firmen bemühen sich mit Kurzarbeit und Homeoffice

Das verwundert Arbeitspsychologin Nicola Jacobshagen nicht: «Viele Arbeitgeber in der Schweiz haben in der Coronakrise sehr viel geleistet, um eine Rezession zu verkleinern und damit Arbeitsplätze zu erhalten.» Eine Massnahme sei dabei Kurzarbeit gewesen. Auch hätten viele Unternehmen, wenn möglich, ihren Arbeitnehmern Homeoffice ermöglicht.

«Die Firmen probieren ihre Geschäftsmodelle aufrecht zu erhalten und diese Bemühungen kommen gut an», sagt Jacobshagen. Auch würden viele Menschen hoffen, dass sie mit einer positiven Bewertung ihren Arbeitgeber ermutigen: «Die Arbeitnehmer probieren damit, ihr Unternehmen zu motivieren, diese Bemühungen weiterhin aufrechtzuerhalten.»

Informationen sind das Wichtigste

Die grösste Angst der Schweizer sei im Moment wohl der Verlust des Arbeitsplatzes. Deshalb sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter informieren. Es müsse kommuniziert werden, welche Hoffnungen es gibt und wie die Firma vorgehen will, so die Arbeitspsychologin.

Wichtig sei, dass Informationen nicht überstürzt kommuniziert werden: «Werden Massnahmen kommuniziert und nach 48 Stunden wieder revidiert, löst das nur noch mehr Unruhe aus.» Ein regelmässiger Kontakt mit den Arbeitnehmern sei wichtig. «Hier müssen die Unternehmen Initiative ergreifen».

Die Schweizer sind aber nicht nur mit ihren Arbeitgebern zufrieden. Am besten schneidet im Stimmungsbarometer die eigene Familie ab: Über 80 Prozent der Befragten gaben eine gute bis sehr gute Bewertung ab. Auf Platz zwei landet das Gesundheitswesen.

Jüngere bewerten sich selber schlecht

Schlecht bewertet haben die Schweizer dafür sich selbst: Das Verhalten der Schweizer Bevölkerung wird als ungenügend bewertet. Auffällig ist dabei, dass die jüngere Generation sich selbst ungenügende Noten gibt– je jünger, desto schlechter. Teilnehmer ab 50 gaben der Bevölkerung konstant genügende Noten – je älter, desto besser.

«Offenbar sind die Jüngeren kritischer mit dem Verhalten der Bevölkerung und eventuell auch selbstkritischer in Bezug auf ihr eigenes Verhalten», sagt Liane Nagengast, Marktforscherin bei Marketagent Schweiz. Laut der Forscherin führen wohl auch die Medienberichte über das Fehlverhalten von insbesondere jüngeren Konsumenten, wie beispielsweise Corona-Partys, bei den Jüngeren dazu, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen.

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