Bern will dicke Fische: Gute Steuerzahler mit VIP-Service hofieren
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Bern will dicke FischeGute Steuerzahler mit VIP-Service hofieren

Ein Drittel aller Berner zahlt fast keine Steuern. Die Entente Bernoise will als Ausgleich Gutverdienende anlocken.

von
Patrick Marbach

«Die Stadt könnte die hundert besten Steuerzahler regelmässig in den Erlacherhof einladen. Das wäre eine Möglichkeit, hohe Beiträge zu honorieren», schlägt Rolf Portmann von der wirtschaftsnahen Vereinigung Entente Bernoise vor.

Auch eine persönliche VIP-Betreuung auf der Steuerverwaltung könne sich lohnen. Schliesslich machen Grossverdiener mit einem steuerbaren Einkommen von über 100 000 Franken nur 7,6 Prozent der Stadtbevölkerung aus. Sie kommen aber fast für die Hälfte des gesamten Einkommenssteuersubstrats auf. Andererseits bezahle rund ein Drittel der Berner so gut wie gar keine Steuern, kritisiert die Entente.

In Zürich oder Basel bringen Unternehmen mit Gewinn- und Kapitalsteuern die Kassen zum Klingeln. In Bern müssten die vielen Beamten dafür einen Obolus leisten, fordert die Entente Bernoise: Stadt, Kanton und Bund sollen ihr Personal auffordern, in Bern Wohnsitz zu nehmen. «Diesen Wunsch bringen wir schon an, aber natürlich gilt auch für Beamte die Niederlassungsfreiheit», so Finanzdirektorin Barbara Hayoz.

Die Berechnungen der Entente kontert sie mit einem Verweis auf den Nullveranlagungsanteil von 17 Prozent: «Damit stehen wir im Vergleich mit anderen Gemeinden gut da.»

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