Appenzell: Gute Wahlchancen für Antonia Fässler
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AppenzellGute Wahlchancen für Antonia Fässler

Gute Chance für eine Frauenwahl an der Innerrhoder Landsgemeinde vom 25. April: 14 Jahre nach der Wahl von Ruth Metzler in die Standeskommission (Kantonsregierung) könnte mit Antonia Fässler (CVP) am Sonntag wieder eine Frau in die Regierung gewählt werden.

Sie kandidiert fürs Statthalteramt (Gesundheit). In Innerrhoden werden die Regierungsmitglieder direkt in die Departemente gewählt. Die 41-jährige Politologin ist bis jetzt die einzige offizielle Kandidatin für die Nachfolge des zurücktretenden Statthalters (Gesundheitsdirektors) Werner Ebneter.

Sie wird vom kantonalen Gewerbeverband, der CVP, dem Bauernverband und der Arbeitnehmervereinigung - von allen massgebenden Gruppierungen im Kanton unterstützt. Ein weiterer Kandidat zog sich zu Gunsten von Antonia Fässler zurück. Er wolle kein «Ladykiller» sein, sagte der Appenzeller Hotelier.

Die Staatswissenschafterin ist seit sechs Jahren Departementssekretärin des Gesundheits- und Sozialdepartements. An der Landsgemeinde können aus dem Volk weitere Kandidatennamen gerufen werden. Die Unterstützung von Antonia Fässler ist aber derart stark, dass ihre Wahl als sicher gilt.

«Glücksfall»

Damit sässe elf Jahre nach dem Ausscheiden von Ruth Metzler wieder eine Frau in der siebenköpfigen Innerrhoder Regierung. Metzler war bisher die einzige Frau in der Standeskommission. Sie war von 1996 bis 1999 Finanzdirektorin (Säckelmeister), bevor sie in den Bundesrat gewählt wurde.

Antonia Fässler sei ein «Glücksfall für Innerrhoden», sagte ein Teilnehmer an einer Wahlversammlung: «Diese Frau hat Power». Sie sei ein sehr politischer Mensch, sagt Antonia Fässler von sich selber.

Carlo Schmid wird sein Amt als regierender Landammann (Regierungspräsident) turnusgemäss an den stillstehenden Landammann (Vizepräsident) Daniel Fässler abtreten. Die übrigen vier Mitglieder der Standeskommission und die 13 Mitglieder des Kantonsgerichts müssen wie jedes Jahr bestätigt werden.

Ehrengäste

Ehrengäste sind in diesem Jahr unter anderem die Regierung des Kantons Jura, der Botschafter der Volksrepublik China Dong Jinyi, Andreas J. Keller, der Präsident des Bundesstrafgerichts, Armeechef André Blattmann und Rudolf Dieterle, der Direktor des Bundesamts für Strassen.

Ein Bundesrat fehlt dieses Mal. Die Standeksommission lud traditionsgemäss den neu gewählten Didier Burkhalter ein. Da er bereits einen andern Termin vereinbart hatte, sagte er ab. Bundesräte werden jeweils nur ein einziges Mal an eine Innerrhoder Landsgemeinde eingeladen. Da die übrigen sechs bereits einmal Gäste in Appenzell waren, fehlt dieses Jahr ein Mitglied der Landesregierung.

Noch besseres Steuerklima

Die zehn Sachgeschäfte sind weitgehend unbestritten: Ein neues Steuergesetz bringt höhere Abzüge und Verbesserungen für Familien sowie für Unternehmen. Damit will Innerrhoden im Steuerwettbewerb konkurrenzfähig bleiben und zusätzliches Steuersubstrat generieren.

Mehrere Vorlagen, die die Gerichtsorganisation betreffen, sind wegen Revisionen auf Bundesebene nötig. Da der Landsgemeindekanton kein fakultatives Referendum kennt, müssen alle Verfassungs- und Gesetzesänderungen vom Volk genehmigt werden.

Schliesslich entscheidet die Landsgemeinde über eine Entflechtung der innerkantonalen Finanzströme und einen 2,9-Millionen-Kredit für die Sanierung der Strasse Oberegg-Heiden. (sda)

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