Roche: Gute Zahlen dank Bedarf an Krebs-Medikamenten

Aktualisiert

RocheGute Zahlen dank Bedarf an Krebs-Medikamenten

Roche sei mit starken Verkaufszuwächsen und einer guten Aufnahme neuer Produkte ins neue Jahr gestartet, gibt das Pharma-Unternehmen bekannt.

Der im Bau befindliche Roche-Turm.

Der im Bau befindliche Roche-Turm.

Der Pharmakonzern Roche hat im ersten Quartal ein überraschend starkes Wachstum verzeichnet. Der Umsatz stieg trotz der Frankenstärke um 3 Prozent auf 11,833 Mrd. Franken. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus gar 5 Prozent, wie Roche am Mittwoch mitteilte.

Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Diese hatten im Schnitt mit einem Umsatz von lediglich 11,5 Mrd. Fr. gerechnet. Roche-Konzernchef Severin Schwan ist mit den ersten drei Monaten denn auch zufrieden. In einer Telefonkonferenz verwies er auf starke Verkaufszuwächse und eine gute Aufnahme neuer Produkte.

Starkes Pharmageschäft in den USA

In der Division Pharma konnte der Konzern in erster Linie dank seinen erfolgreichen Krebsmedikamenten die Verkäufe um 3 Prozent auf 9,322 Mrd. Fr. steigern. Währungsbereinigt wurde ein Wachstum von 4 Prozent verzeichnet. Auch der Bereich Immunologie trug zum Plus bei.

Besonders gut lief das Geschäft in den USA, dem wichtigsten Markt von Roche. Dort stieg der Umsatz zu konstanten Wechselkursen um 6 Prozent auf 4,392 Mrd. Franken. In Franken betrug das Wachstum gar 13 Prozent, weil der Dollar im Vorjahresvergleich zulegte.

In Europa fielen die Verkäufe mit 2,178 Mrd. Fr. dagegen währungsbereinigt um nur 1 Prozent höher aus. Und in Schweizer Franken musste nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses gar ein Minus von 10 Prozent verbucht werden.

Insgesamt sei jedoch der Effekt des schwächeren Euro durch den stärkeren US-Dollar mehr als ausgeglichen worden, hält Roche in der Mitteilung fest. In Europa wurde das Wachstum zudem durch den anhaltenden Preisdruck in diversen Ländern gebremst.

Neue Krebsmedikamente im Kommen

Allein mit seinen Onkologie-Schwergewichten Mabthera, Avastin und Herceptin verzeichnete Roche in den ersten drei Monaten Umsätze von je mehr als 1,6 Mrd. Fr. bei Wachstumsraten von 6 bis 12 Prozent. Markant angestiegen sind die Umsätze aber auch bei zwei neuen Brustkrebsmedikamenten: um 82 Prozent auf 322 Mio. Fr. bei Perjeta und um 80 Prozent auf 179 Mio. Fr. bei Kadcyla.

«Sehr gut positioniert» sieht sich Roche laut Konzernchef Schwan in der Krebs-Immuntherapie, wo zahlreiche Konzerne forschen und in die grosse Hoffnungen gesteckt werden. Für das Prüfmedikament Anti-PDL1 erhielt Roche von der US-Gesundheitsbehörde FDA nun nach Blasenkrebs auch für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs den Status eines Therapiedurchbruchs zuerkannt.

Alle Geschäftsbereiche entwickeln sich gut

Positiv entwickelte sich im ersten Quartal neben der Pharma- auch die Diagnostika-Division. Sie verzeichnete mit 2,511 Mrd. Fr. ein Wachstum von 2 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus 6 Prozent. Laut Roche entwickelten sich alle Geschäftsbereiche gut.

Für das Gesamtjahr bestätigte Roche den Ausblick. Beim Umsatz rechnet der Konzern zu konstanten Wechselkursen weiterhin mit einem Wachstum im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich. Für den Kerngewinn je Titel wird ein stärkeres Wachstum angestrebt. Zudem soll die Dividende erneut erhöht werden.

«Bon» gesucht

Die Anleger reagierten positiv auf das Quartalsergebnis. Der Genussschein schloss 1,83 Prozent fester auf 278,80 Franken. Die Aktien des Mitbewerbers Novartis stiegen um 1,01 Prozent. Novartis legt am (morgigen) Donnerstag den Quartalsabschluss vor. (sda)

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