Achtung, Radar!: Gute Zeiten für Radar-Warndienste
Aktualisiert

Achtung, Radar!Gute Zeiten für Radar-Warndienste

Seit über einem Jahr will der Bund Radarwarnungen generell verbieten. Geschehen ist noch nichts. Findige Autofahrer nutzen vielmehr die herrschenden Gesetzeslücken.

von
Amir Mustedanagic

Im Januar 2007 meldeten verschiedene Medien, dass Bundesamt für Strassen (Astra) plane ein Verbot für Radarwarnungen aller Art. Heute, eineinhalb Jahre später, heisst es beim Astra immer noch: «Wir arbeiten an einem Gesamtverbot von Radarwarnsystemen.» Mediensprecher Frédéric Revaz sagt, das Astra wolle mit einer Verschärfung des Strassenverkehrsgesetzes ein Verbot aller Warnungen erwirken - neben Radio-Warnungen auch solche per SMS, Pager, Handy oder Internet. Konkret gemacht wurde aber noch nichts. Revaz: «Einen konkreten Zeitplan für die Verschärfung gibt es noch nicht.»

Warndienst per SMS

Genau das machen sich findige Autolenker vermehrt zunutze. Seit drei Wochen kann in den Kantonen Luzern und Zug neu der SMS-Warndienst von «polinf.ch» abonniert werden. Der Dienst begann ursprünglich im Toggenburg mit 20 Leuten und umfasst inzwischen über 800 Kunden.

Wer sich bei «polinf.ch» anmeldet, erhält per SMS Warnungen vor Radarkontrollen. Autolenker können dem Warndienst per Telefon jeden neuen Radarkasten, den sie entdecken, melden. Jede Meldung wird anschliessend per SMS an alle Abonnenten verschickt. Diese bezahlen 20 Rappen pro Warnung.

Ähnlich funktioniert auch «radar.ch». Dieser Dienst wird ebenfalls per Telefon von den Autofahrern auf dem neuesten Stand gehalten. Im Gegensatz zu «polinf.ch» ist der Dienst aber um einiges teurer, umfasst dafür aber die ganze Schweiz.

Bakom strenger als Astra

Während das Strassenverkehrsgesetz im Rahmen der Warnung vor Radarkontrollen bisher einzig GPS-Navigationsgeräte verbietet, die mit sogenannten «Points of Interest» (POI) ausgerüstet sind(siehe Infokasten), geht das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) schon heute einen Schritt weiter. Radiostationen wird mit dem Erhalt einer neuen Konzession untersagt, Geschwindigkeitskontrollen zu melden. Das Bakom hat dies als Vertragsbedingung in die neuen Konzessionsverträge der Radiosender aufgenommen. Halten sich die Radios nicht daran, können sie gebüsst werden. Im schlimmsten Fall droht sogar der Konzessionsentzug.

«Points of interest»(POI) sind Positionsangaben zu speziellen Angeboten entlang der Routen wie Tankstellen, Hotels oder Restaurants. Die Programmierung solcher Angebote im Navigationsgerät ist grundsätzlich nicht verboten. Werden aber Radarkästen oder Polizeikontrollpunkte markiert und gespeichert, verstösst der Eigentümer des Gerätes gegen das Gesetz. In diesem Fall wird das Navigationsgerät beschlagnahmt und der Besitzer erhält eine Busse.

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