Aktualisiert 25.05.2012 09:50

Chat-Auswertung

Guter Benimm trotz Pseudonym

Eine ETH-Studie fördert bemerkenswertes zu Tage: In Internet-Chats verhalten sich die meisten Teilnehmer anständig. Auch dann, wenn sie ein Pseudonym benutzen.

von
Fee Riebeling
Anonymität ist kein Freipass zum Pöbeln.

Anonymität ist kein Freipass zum Pöbeln.

Wer anonym ist, erlaubt sich alles, würde man meinen. Doch die grosse Mehrheit von Chat-Teilnehmern bleibt anständig und mischt mit meist positiven Beiträgen mit. Und zwar unabhängig vom Thema und auch dann, wenn es ­darum geht, auf negative Kommentare anderer zu antworten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der ETH Zürich nach der Auswertung von über 2,5 Millionen Chat-Beiträgen. «Offensichtlich entspricht das Ausdrücken positiver Emotionen dem menschlichen Kommunikationsverhalten», sagt Studienleiter Frank Schweitzer vom Departement Management, Technologie und Ökonomie. Interessant sei, dass der Anstand auch im Schutze eines Pseudonyms beibehalten werde.

Die Forscher haben nun ein Modell entwickelt, das das Kommunikationsverhalten der Nutzer mathematisch beschreibt. Diese Daten könnten dereinst in eine Software einfliessen, die selbständig auf emotional aufgeladene Diskussionen im Internet reagiert und so Spannungen abbaut.

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