18.03.2020 18:48

Wegen Schulausfall«Guter Zeitpunkt, um die Schweiz zu verändern»

Jugendliche in der Quarantäne sollen die Zeit sinnvoll nutzen – etwa indem sie politisch aktiv werden. Dies fordern Vertreter des Dachverbands für Schweizer Jugendparlamente.

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bd
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Aneschka Berchtold (16) ist Ambassador bei der aktuellen Engage-Kampagne: «Jetzt, da alle Jugendlichen zu Hause sind, ist es ein guter Zeitpunkt, um sich für die Zukunft der Schweiz zu engagieren.»

Aneschka Berchtold (16) ist Ambassador bei der aktuellen Engage-Kampagne: «Jetzt, da alle Jugendlichen zu Hause sind, ist es ein guter Zeitpunkt, um sich für die Zukunft der Schweiz zu engagieren.»

zvg
Die Schülerin debattierte in der «Arena» im Rahmen der dritten Ausgabe von YouNews, der Schweizer Jugendmedienwoche, und engagiert sich in der Politik.

Die Schülerin debattierte in der «Arena» im Rahmen der dritten Ausgabe von YouNews, der Schweizer Jugendmedienwoche, und engagiert sich in der Politik.

SRF
«Der Frust bei den Jugendliche sitzt tief, sie können nicht nach draussen und an Freizeitaktivitäten teilnehmen», sagt Engage-Mitarbeiterin Patricia Mutti.«Dennoch haben die Jugendlichen die Möglichkeit die Schweiz zu verändern».

«Der Frust bei den Jugendliche sitzt tief, sie können nicht nach draussen und an Freizeitaktivitäten teilnehmen», sagt Engage-Mitarbeiterin Patricia Mutti.«Dennoch haben die Jugendlichen die Möglichkeit die Schweiz zu verändern».

zvg

Die Schweizer Gesellschaft steht still, respektive hält sich in den eigenen vier Wänden auf. Schülerinnen und Schüler müssen den Unterrichtsstoff im Selbststudium lernen. «Aus dieser Notsituation kann bei Jugendlichen auch Frust oder Langeweile aufkommen, da sie nicht nach draussen dürfen und nicht an Freizeitaktivitäten teilnehmen können», sagt Patricia Mutti, Mitarbeiterin beim Dachverband für Schweizer Jugendparlamente DSJ. Die aktuelle Lage biete jedoch auch Möglichkeiten.

Das findet auch Aneschka Berchtold, die Mitglied des Jugendparlaments Köniz ist: «Jetzt, da alle Jugendlichen zu Hause sind, ist es ein guter Zeitpunkt, um sich für die Zukunft der Schweiz zu engagieren.» Die 16-Jährige setzt sich unter anderem für das Stimmsrechtalter 16 ein und möchte, dass Jugendliche in der Politik ernst genommen werden. Sie hofft, dass wegen der Corona-Krise möglichst viele Jugendliche sich an dem aktuellen Projekt engage.ch beteiligen. Über die Webseite können Jugendliche ihre Ideen und Vorschläge für die Schweiz von morgen einreichen. Ausserdem sollen 14- bis 25-Jährige so einen Einblick in die Politik erhalten und selbst aktiv werden.

«Der beste Moment für eine Utopie»

«Jetzt ist der beste Moment für eine Utopie. Denn jetzt haben die Jugendlichen Zeit zu träumen und mit neuen Ideen ihr Umfeld mitzuprägen», meint Jung-Nationalrätin Tamara Funiciello (SP). Es sei wichtig, die Politik so nahe wie möglich an die Menschen zu bringen, so die Bernerin.

Die 29-Jährige gehört zu der Gruppe der dreizehn jüngsten Schweizer Parlamentarier. Sie alle werden von den eingegangenen Ideen je einen Favoriten auswählen und versuchen, daraus einen mehrheitsfähigen Vorstoss zu lancieren.

Foodwaste schaffte es ins Bundeshaus

Vor zwei Jahren schaffte auf diese Weise etwa die Idee «Weniger Foodwaste, mehr Eigenverantwortung» den Eingang ins Bundeshaus. SP-Nationalrätin Nadine Masshardt (BE) griff die Idee auf und reichte das vom Nationalrat Ende September 2019 angenommene Postulat «Verfalls- statt Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln» ein. Dieses wurde jedoch noch nicht in den Räten besprochen.

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