Grow up: Gutschein abgelaufen – ist mein Geld nun verloren?
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Grow upGutschein abgelaufen – ist mein Geld nun verloren?

Gutscheine liegen wohl bei vielen zuhause rum – nicht selten abgelaufen. Doch nur weil der Gutschein verfallen ist, heisst das aber noch lange noch nicht, dass das Geld verloren ist.

von
Fabian Pöschl

Bei Gutscheinen gilt grundsätzlich: Die Ware wird bereits beim Kauf des Gutscheins bezahlt, die Verjährungsfristen sind gesetzlich festgesetzt. Gutscheine für Waren wie Kleider oder Restaurantessen dürfen frühestens nach fünf, Gutscheine für Reisen oder Kinobesuche nach zehn Jahren verjähren.

Eine Ablaufzeit von beispielsweise zwei Jahren wäre also aus juristischer Sicht umstritten. Doch in den meisten Fällen dürfte sich ein Gang vor Gericht wegen eines Gutscheins kaum lohnen. Denn um über den gesetzlichen Weg auf die Verlängerung der Frist zu pochen, müsstest du gegen den Anbieter klagen.

Folgendes solltest du bereits beim Kauf eines Gutscheins beachten

  • Versichere dich beim Kauf, dass sich der oder die Beschenkte auch wirklich ein Produkt aus dem entsprechenden Sortiment wünscht.

  • Falls du unsicher bist, ob das Geschenk beim Gegenüber gut ankommt, kannst du auch einfach einen Anbieter wählen, der ein möglichst breites Sortiment anbietet.

  • Achte auf die Gültigkeit des Gutscheines: Ein Jahr geht meistens ziemlich schnell vorbei – insbesondere, wenn man die Einlösung des Gutscheines nicht wirklich auf der To-do-Liste hat.

  • Vergleiche Anbieter: Je nach Angebot kann es sich lohnen, einen Deal mit besseren Konditionen zu berücksichtigen.

  • Falls die Frist beim Kauf nicht klar sein sollte, lässt du dir diese am besten gut sichtbar auf den Gutschein drucken.

Was kann ich tun, wenn mein Gutschein abgelaufen ist?

  • Die Gültigkeit eines Gutscheines lässt sich unter Hinweis auf die gesetzlich festgesetzten Fristen allenfalls verlängern. Viele Betriebe sind in der Handhabung der Gutscheinlaufzeit kulant.

  • Ist auf dem Gutschein kein Datum versehen, gelten in der Regel ebenfalls die gesetzlichen Fristen.

  • Befristungen sind nicht unbedingt verbindlich: Viele Betriebe setzen bei ihren Gutscheinen zwar eine verkürzte Frist, gewähren aber auf Anfrage eine Verlängerung. Sie tun dies vor allem auch, um die Geldflüsse möglichst im Überblick zu behalten.

  • In puncto abgelaufenen Konzertgutscheinen zeigen sich die Veranstalter zurzeit vor allem wegen abgesagter oder verschobener Konzerte eher kulant.

  • Falls dir die Einlösung des Gutscheins trotzdem verwehrt wird, lohnt es sich, hartnäckig zu bleiben und auf die gesetzlichen Fristen hinzuweisen – wenn nötig, auch schriftlich.

  • Bringen deine Bemühungen nichts, kannst du dich weitergehend auch an den Friedensrichter oder eine Schlichtungsstelle wenden.

  • Weiteren Fragen zu diesem Thema kannst du bei der Beratung des Konsumentenschutzes anbringen.

Grundsätzlich gilt natürlich: Je früher du einen Gutschein einlöst, desto besser. So ergeben sich weniger Probleme mit dem Ablaufdatum. Wie bei einer guten Flasche Wein, die man so lange für eine spezielle Gelegenheit aufbewahrt, bis sie hinüber ist, ist es auch mit speziellen Vorhaben ratsam, sie besser früh als gar nicht umzusetzen.

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