Aktualisiert 17.12.2004 14:41

Gutzwiller will nicht

Der Zürcher Nationalrat Felix Gutzwiller will nicht neuer Präsident der FDP werden.

Er verzichtet aus beruflichen Gründen auf das Erbe des zurückgetretenen Rolf Schweiger. Gutzwiller müsste die Leitung seines universitären Instituts in Zürich abgeben, wozu er nicht bereit ist.

Gutzwillers offizielle Absage kam am Freitag nicht mehr überraschend, nachdem in den letzten Tagen verschiedentlich über seine berufliche Prioritäten berichtet worden war. Für seinen Verzicht machte der Präventivmediziner denn auch sein Amt an der Universität Zürich geltend. Die Aufgaben eines Parteipräsidenten seien mit einer ordentlichen Professur und der Leitung eines Instituts nicht vereinbar, schreibt der 56-jährige Wahlzürcher, der das Institut für Sozial- und Präventivmedizin führt. Er wolle aber von seinen universitären Aufgaben nicht zurücktreten, da grössere Aufgaben anstünden, die er gerne zu Ende bringen möchte. Dazu gehören etwa der Aufbau einer «School of Public Health» sowie grössere Forschungsprojekte.

Gutzwiller sieht zudem seine persönliche Stärke als Vizefraktionschef der FDP hauptsächlich in der Funktion eines sachpolitischen Brückenbauers. Als solcher möchte er weiterhin auch parteiübergreifend wirken. Gutzwiller zeigte sich geehrt über das Vertrauen jener Leute, die ihn zu einer Kandidatur ermuntert hätten, riet seiner Partei, auch die nächsten Schritte überlegt und transparent anzugehen. Die FDP habe die schwierige Situation nach dem gesundheitsbedingten Rücktritt von Rolf Schweiger bisher gut gemeistert.

Für die Nachfolge von Rolf Schweiger haben sich nach früheren Informationen der Findungskommission bisher rund ein halbes Dutzend Anwärter gemeldet. Nach vertiefenden Gesprächen mit diesen möglichen Kandidierenden will die von Ständerat Fritz Schiesser (GL) geleitete Kommission dann der Geschäftsleitung ihre Vorschläge unterbreiten. Gemäss Fahrplan will die FDP die Schweiger-Nachfolge spätestens an der Delegiertenversammlung vom 15. und 16. April in Mendrisio geregelt haben. Bis dahin bleibt die Ausserrhoder Nationalrätin Marianne Kleiner Interimspräsidentin. Schweiger war am vergangenen 5. November wegen eines Burnout-Syndroms überraschend und nach nur knapp sieben Monaten im Amt zurückgetreten. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.