Facebook-Challenge: Guuggen stimmen sich mit Winter-Grill-Challenge ein
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Facebook-ChallengeGuuggen stimmen sich mit Winter-Grill-Challenge ein

Trotz Vorfasnacht und Vorbereitungen haben viele Guuggen derzeit noch eine andere Aufgabe: Sie müssen im Winter den Grill anschmeissen. Das verlangt eine Facebook-Challenge.

von
gwa
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Die Rotseemöven Littau feiern ausgelassen bei der Winter-Grill-Challenge.

Die Rotseemöven Littau feiern ausgelassen bei der Winter-Grill-Challenge.

Facebook/Rotseemöven Littau
So funktioniert die Challenge: Man lädt ein Video ins Netz hoch, bei dem eine Grillparty gefeiert wird. Danach nominiert man andere Vereine. Diese haben sieben Tage Zeit, ebenfalls ein Video hochzuladen. Wenn eine Gruppe die Challenge verliert, muss sie jenem Verein, von dem sie nominiert worden ist, ein «Fleischplättli» und Getränke offerieren.

So funktioniert die Challenge: Man lädt ein Video ins Netz hoch, bei dem eine Grillparty gefeiert wird. Danach nominiert man andere Vereine. Diese haben sieben Tage Zeit, ebenfalls ein Video hochzuladen. Wenn eine Gruppe die Challenge verliert, muss sie jenem Verein, von dem sie nominiert worden ist, ein «Fleischplättli» und Getränke offerieren.

Facebook/Rotseemöven Littau

Bei den Luzerner Guuggenmusigen ist sie derzeit in aller Munde: die sogenannte Winter-Grill-Challenge. Am Sonntag luden etwa die Rotseemöven aus Littau ein Video dazu bei Facebook hoch: Gut gelaunt sind Vereinsmitglieder im Video beim Feiern zu sehen. Es wird gesungen und angestossen – und auch ein Grill mit Bratwürsten ist im Video zu sehen.

Challenge schweisst Guuggen zusammen

Das Prinzip ist ähnlich wie jenes der Ice-Bucket-Challenge: Man lädt ein Video ins Netz hoch, bei dem eine Grillparty gefeiert wird. Danach nominiert man andere Vereine oder Gruppen. Diese haben sieben Tage Zeit, ebenfalls ein Video hochzuladen. Wenn eine Gruppe dies nicht tut, muss sie jenem Verein, von dem sie nominiert worden ist, ein «Fleischplättli» und Getränke offerieren.

Auch Präsidentin Nicole Amrein war bei der Grillparty dabei: «Das war eine lustige Aktion», sagt sie. Die Party habe man spontan am Sonntag beim Probelokal durchgeführt. «Wir hatten Glück mit dem Wetter. Eine Woche früher wäre es wohl etwas kalt geworden», sagt sie. Die Challenge schürt zusätzlich zur Vorfasnacht die Vorfreude auf die fünfte Jahreszeit: «Es ist genau die richtige Zeit dafür. Die Challenge ist auch eine glatte Sache für den Zusammenhalt im Verein und auch unter den verschiedenen Guuggen.» Nun hofft Amrein, dass die von den Rotseemöven nominierten Guuggen die Challenge nicht wahrnehmen: «Wir würden uns natürlich über ein Fleischplättli freuen.»

«Es war sehr lustig, wir hatten alle den Plausch»

Auch Linus Jäck, Präsident der vereinigten Guuggenmusigen, hat schon mitgemacht. Er selbst ist Mitglied der Chacheler Musig Chriens: «Wir haben das am vergangenen Samstag auch gemacht.» Trotz kühlen Temperaturen hätten sich die Fasnächtler amüsiert: «Es war sehr lustig, wir hatten alle den Plausch», sagt er.

Bis die Challenge bei den Luzerner Guuggenmusiken angekommen ist, hat es einige Zeit gedauert. Zurückverfolgen lässt sich die Spur über Guuggen in Hombrechtikon, Bassersdorf, Wiesendangen und Winterthur, wo mit der Challenge die deutsche Grenze überwunden wurde: Die Eulachschränzer Winterthur wurden nominiert vom Karnevalsverein Schwabanesen in Schwabach. Weiter geht es über diverse Faschingsgesellschaften, katholische Landjugendbewegungen und Turn- und Sportvereine. Oftmals werden die Videos mit #coldwaterchallenge gekennzeichnet.

Challenge über unzählige Stationen weitergereicht.

Über 30 Stationen lässt sich der Hergang der Challenge problemlos nachverfolgen: So postete der TSV 1920 Niederviehbach am 28. September ein solches Video. Damals hiess das noch Kaltwasser-Challenge. Doch die Spur geht noch weiter: Im Sommer 2014 berichtete etwa ein Nachrichtenportal aus Oberösterreich über die «‹Cold Water Challenge› der Musikvereine». Über die Jahre haben sich auch verschiedene Variationen der Challenge gebildet.

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