Gwyneth Paltrow verwirrt das Netz mit Luxus-Windeln für 120 Franken
Diese Luxus-Windeln sorgten im Netz für Empörung. Dahinter steckt aber ein PR-Stunt, der auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen will. 

Diese Luxus-Windeln sorgten im Netz für Empörung. Dahinter steckt aber ein PR-Stunt, der auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen will. 

Instagram/goop
Publiziert

Für 120 FrankenGwyneth Paltrow verwirrt das Netz mit Luxus-Windeln

Gwyneth Paltrows neuster Streich: Luxus-Windeln mit Heilsteinen und Alpakawolle. Dahinter steckt eine wichtige Botschaft.

von
Malin Mueller

Mit ihrem Lifestyle-Store Goop hat Gwyneth Paltrow schon jede Menge Schlagzeilen gemacht. Zuerst war da die Kerze, die nach Gwyneths Vagina duften sollte, dann ein Ei aus Jade für «sexuelle Wellness» und zuletzt Pillen, die die Libido anregen sollten. Als das Unternehmen am Mittwoch edelsteinbesetzte Luxus-Einwegwindeln vorstellt, ist die Empörung deshalb zwar gross, so richtig wundert sich aber niemand.

Luxusgut zum Einmalgebrauch

Das Unternehmen schreibt zum Instagram-Post: «Wir präsentieren: The Diapér. Unsere neue Einwegwindel mit Futter aus Alpakawolle und einem Verschluss aus Bernstein, der bekannt für seine reinigenden Kräfte ist. Die Windeln sind mit einem Bergamotte-Jasmin-Duft versehen, der Ihr Baby revitalisieren wird.» Der richtige Hammer ist aber der Preis: Zwölf Windeln kosten 120 Dollar, also auch etwa 120 Franken.

Die Kommentarspalte und Twitter sind sich einig: In einer Zeit, in der manche Mütter sich Nahrung und Windeln für ihre Babys kaum leisten können, ist so ein Produkt geschmacklos.

«Die mit Wolle gefütterte, edelsteinbesetzte Windel ist ein WEGWERFPRODUKT??», fragt eine Twitter-Userin fassungslos.

Ein anderer kommentiert mit Resignation: «Okay, das wars. Zeit zu gehen und den Planeten den Kakerlaken zu überlassen.»

PR-Stunt gegen Windelsteuer

Sechs Stunden nach dem ersten Posting gibt Goop Entwarnung. In einem Video sagt Gwyneth in die Kamera: «Unsere Luxus-Windel hat für viel Aufregung gesorgt. Gut. Dazu haben wir sie entworfen.»

Das Produkt sei ein PR-Stunt, mit dem der Lifestyle-Store auf die hohe Besteuerung von Windeln aufmerksam machen will. «Trotz ihrer absoluten Notwendigkeit werden Windeln in 33 amerikanischen Staaten nicht als essentielles Produkt angesehen», steht in der Caption zum Post. «Sie werden als Luxusgut versteuert. Jede dritte Familie hat deshalb Probleme, sie sich leisten zu können.»

«Die Windel, die designt wurde, um dich aufzuregen», liest es sich auf diesem Bild. Gwyneth sagt dazu: «Wenn es dich wütend macht, wenn man Windeln wie ein Luxusgut behandelt, sollte es dich auch wütend machen, dass sie wie eines besteuert werden.»

«Die Windel, die designt wurde, um dich aufzuregen», liest es sich auf diesem Bild. Gwyneth sagt dazu: «Wenn es dich wütend macht, wenn man Windeln wie ein Luxusgut behandelt, sollte es dich auch wütend machen, dass sie wie eines besteuert werden.»

baby2baby.org

Aus den Steuern ergibt sich auch der Preis der Goop-Windeln: «Wir haben unsere fiktiven Windeln mit 120 Dollar angesetzt, weil das der Betrag ist, den eine Familie pro Jahr an Windelsteuern zahlt.» Gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Baby2Baby sammelt Goop deshalb Spenden, um Familien zu unterstützen, und Stimmen, um die Steuerlage zu ändern.

So sieht es bei uns aus

Die Situation lässt sich gut in die Schweiz übertragen: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt gegeben, dass die Normal-Besteuerung für Periodenprodukte wie Binden und Tampons abgeschafft und auf einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz von 2,5 Prozent gesenkt wird. In einem zweiten Antrag sollte die Änderung auf Windeln für Kleinkinder und Einlagen für Menschen mit Inkontinenz ausgeweitet werden. Die grosse Kammer lehnte den Vorschlag aber ab.

Wie findest du die Luxus-Steuer für Windeln? Diskutiere in den Kommentaren mit!

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