St. Gallen: Gymi-Prüfung nun einfacher
Aktualisiert

St. GallenGymi-Prüfung nun einfacher

Good News für den Kanton mit der tiefsten Maturitätsquote:
10 Prozent mehr St. Galler Schüler haben dieses Jahr die Kanti-Prüfung bestanden – aber nur weil sie einfacher wurde.

von
Michèle Vaterlaus
Kanton St. Gallen: Dieses Jahr haben 10% mehr die Kanti-Prüfung geschafft. (colourbox.com)

Kanton St. Gallen: Dieses Jahr haben 10% mehr die Kanti-Prüfung geschafft. (colourbox.com)

Im vergangenen Jahr belegte der Kanton St. Gallen mit einer Maturitätsquote von 13,7 Prozent den letzten Platz im nationalen Vergleich. Doch jetzt gibt es einen Lichtblick: Im März haben rund 900 Schüler die Aufnahmeprüfung für die Kanti bestanden – das sind gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Ergebnis hat jedoch einen Haken: Die Jugendlichen sind nicht schlauer geworden, sondern die Aufnahmeprüfung einfacher. «Die Mathe-Aufgaben waren weniger kompliziert», so Christoph Mattle, Leiter des Amtes für Mittelschulen. «Vielleicht war die Prüfung aber auch etwas zu einfach.» Anders sieht das SP-Kantonsrätin Elsbeth Schrepfer, die mehr Gymnasiasten im Kanton will: «Die Prüfungen waren bisher auch zu schwierig.»

Doch Mattle will die Maturitätsquote nicht auf Kosten des schulischen Niveaus steigern. «Wir wollen vor allem mehr Anmeldungen. Dafür müssen wir den Schülern die akademischen Berufe schmackhafter machen.»

Geldbusse für schwänzende Jugendliche

An den Mittelschulen kommt es immer wieder vor, dass Eltern die Schulferien eigenmächtig verlängern. Bis anhin wurden Schüler mit zusätzlicher Arbeit oder Verweisen bestraft. «Dies ist nicht sehr wirkungsvoll», so Christoph Mattle. Zudem seien meist gar nicht die Schüler daran Schuld. Darum sollen neu die Eltern mit einer Geldbusse für das Schwänzen ihrer Kinder zahlen. Wie hoch diese ausfallen würde, ist laut Mattle unklar.

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