Biel: Gymirektor mit Fehlern auf Stadtrats-Wahlplakat

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BielGymirektor mit Fehlern auf Stadtrats-Wahlplakat

Ein Bieler Politiker und Rektor einer Kantonsschule hat auf seiner französischen Version des Wahlplakats zwei Fehler. Und es sind keine Vertipper.

von
kün
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Gleich zwei Grammatik-Fehler sind auf dem Wahlplakat von FDP-Kandidat Leonhard Cadetg zu finden. Oben: «Liberaux biennoise» statt «Liberaux biennois» und auf der untersten Linie im Text «une politique social» statt «une politique sociale».

Gleich zwei Grammatik-Fehler sind auf dem Wahlplakat von FDP-Kandidat Leonhard Cadetg zu finden. Oben: «Liberaux biennoise» statt «Liberaux biennois» und auf der untersten Linie im Text «une politique social» statt «une politique sociale».

Mit dem Plakat bewirbt sich der FDP-Mann und Rektor des Bieler Gymnasiums um die Wahl in den Bieler Gemeinderat - die Exekutive der Stadt.

Mit dem Plakat bewirbt sich der FDP-Mann und Rektor des Bieler Gymnasiums um die Wahl in den Bieler Gemeinderat - die Exekutive der Stadt.

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Cadetg hat eindeutig Ambitionen: 2015 war er Nationalratskandidat.

Cadetg hat eindeutig Ambitionen: 2015 war er Nationalratskandidat.

Leonhard Cadetg ist Rektor des deutschsprachigen Gymis Biel-Seeland und Bieler Stadtrat. Im September kandidiert er für die Exekutive der zweisprachigen Stadt, den Bieler Gemeinderat. Nun sind seine vor kurzem aufgehängten Wahlplakate derzeit in aller Munde. Aber nicht aufgrund irgendwelcher politischen Botschaften. Für Gespräch sorgen zwei grammatikalische Fehler in der französischen Version.

So schreibt er «politique social» (soziale Politik) und «libéraux biennoise» (die Bieler Liberalen). Beim ersten Begriff fehlt bei social das weibliche «e», während es bei biennoise zu viel ist, weil libéraux männlich ist. Ein peinlicher Fehler, ganz besonders für den Rektor eines Gymnasiums.

Gegner verhöhnen ihn in den sozialen Medien

Leonhard Cadetg entschuldigt sich dafür und gibt offen zu: «Es ist meine Schuld, ich habe den Text vor dem Druck nicht nochmals gegengelesen. In einer Sprache zu schreiben, die nicht die eigene ist, birgt immer Risiken», gesteht der Rektor weiter ein. Selbst unterrichtet er übrigens nicht Französisch, sondern Physik und Mathematik.

Seine politischen Gegner verhöhnen ihn derweil in den sozialen Medien. So schrieb Stadtrat Mohamed Hamdaoui vom Parti Socialiste Romand auf Facebook: «Er wäre ja eigentlich in der Lage, sich einen Übersetzer zu leisten, um einen Missbrauch dieser schönen Sprache zu vermeiden, die wie schon wieder genannt wird? Ach ja! Le Welsh ... .»

Wir schätzen den Effort der Übersetzung

«Das Soziale ist eben nicht die Stärke von Leonhard», konnte auch SP-Stadträtin Salome Strobel eine Spitze nicht lassen. Der Linke Valentin Zuber de Moutier fügte hinzu: «Wirklich? Ist das nicht die normale Art, wie man in Biel spricht?»

Die Delegierte Virginia Borel vom Forum für Zweisprachigkeit will den Rektor hingegen nicht angreifen. «Wir schätzen vor allem den Effort der Übersetzung und möchten Ungeschicklichkeiten in diesem Zusammenhang nicht kritisieren.»

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