06.07.2016 17:51

Chemikalien in KleidernH&M ist top, Victoria's Secret ein Flop

Greenpeace hat untersucht, welche Modemarken schadstofffrei produzieren. Ausgerechnet die Könige der Wegwerfmode schneiden am besten ab.

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Welche Bekleidungshersteller produzieren schadstofffrei? Dieser Frage ist Greenpeace in einem gross angelegten Test nachgegangen. Das Ergebnis überrascht, denn es sind vor allem die für die Kurzlebigkeit ihrer Kleider bekannten Unternehmen, die gut abschneiden.

Welche Bekleidungshersteller produzieren schadstofffrei? Dieser Frage ist Greenpeace in einem gross angelegten Test nachgegangen. Das Ergebnis überrascht, denn es sind vor allem die für die Kurzlebigkeit ihrer Kleider bekannten Unternehmen, die gut abschneiden.

Keystone/AP/Tara Todras-whitehill
Der Zara-Mutterkonzern Inditex beispielsweise hat laut Greenpeace seine Versprechen, alle per- und polyluorierte Chemikalien (PFC) aus der Lieferkette zu eliminieren, innerhalb des Zeitplans eingelöst. Damit landet das Unternehmen in der Spitzenklasse, das heisst in der Kategorie «Avantgarde».

Der Zara-Mutterkonzern Inditex beispielsweise hat laut Greenpeace seine Versprechen, alle per- und polyluorierte Chemikalien (PFC) aus der Lieferkette zu eliminieren, innerhalb des Zeitplans eingelöst. Damit landet das Unternehmen in der Spitzenklasse, das heisst in der Kategorie «Avantgarde».

Flickr.com/Mike Mozart/CC BY 2.0
Zu dem spanischen Unternehmen gehören neben Zara übrigens auch die Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, und Berksha.

Zu dem spanischen Unternehmen gehören neben Zara übrigens auch die Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, und Berksha.

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Das Ergebnis überrascht: In einem Greenpeace-Test zum Chemikalieneinsatz in der Modeindustrie schnitten ausgerechnet die günstigeren Labels am besten ab. Die Umweltschutzorganisation bezeichnet H&M, Zara und Benetton als «Trendsetter für eine saubere Textilproduktion». Sie bewiesen, dass eine schadstofffreie Produktion für Unternehmen jeder Grösse möglich sei.

Zugleich kritisieren die Greenpeace-Vertreter aber auch das Fast-Fashion-Geschäftsmodell der drei Marken: «Neue Kollektionen alle paar Wochen belasten die Umwelt und benötigen enorme Ressourcen.» Auch das sollten die Labels bedenken.

Vorreiter und Schlusslichter

Was die Verwendung bedenklicher Chemikalien angeht, sinken vor allem renommierte Marken wie Esprit, Nike und Victoria's Secret in der Rangliste der 19 überprüften Unternehmen ab.

Alle getesteten Hersteller haben sich der Detox-Kampagne der Organisation für saubere Kleidung angeschlossen und versprochen, bis zum Jahr 2020 auf eine saubere Produktion umzustellen. Dazu zählt unter anderem der Verzicht auf sogenannte PFC (siehe Box). Diese hätten in Alltagskleidung und Schuhen nichts zu suchen – genauso wenig wie andere giftige Chemikalien, erklärte Greenpeace-Textilexperte Manfred Santen gegenüber der AFP.

Wie welcher Brand bewertet wurde und die Begründung dafür finden Sie in der obigen Bildstrecke.

Was sind PFC?

PFC ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 800 Stoffe. Die bekanntesten Vertreter sind die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure (PFOA). Aufgrund ihrer sehr langen mittleren Verweilzeit in der Atmosphäre haben alle Perfluorcarbone, ähnlich wie FCKW, sehr hohe Treibhauspotenziale.

Auch für den Menschen sind PFC nicht unbedenklich: Sie binden an Proteine in Blut, Leber und Niere. In Langzeitstudien mit Ratten und Mäusen förderten PFOS und PFOA die Entstehung von Leberkrebs und anderen Tumoren. Des weiteren besteht der Verdacht, dass einige PFC die Fruchtbarkeit von Frauen und die männliche Spermienbildung negativ beeinflussen können. Besonders kritisch zu bewerten ist auch die Weitergabe der PFC von der Mutter zum Kind während Schwangerschaft und Stillzeit.

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