Haarsträubend: Haarefärben für unter 16-Jährige verboten
Aktualisiert

HaarsträubendHaarefärben für unter 16-Jährige verboten

Teenager unter 16 Jahren dürfen sich in der Schweiz die Haare nicht mehr färben. So sieht es eine Gesetzesverordnung vor, von der allerdings noch nicht einmal Coiffeure Kenntnis haben.

Jugendliche müssen seit dem

1. September in Deutschland beim Coiffeurbesuch ihren Ausweis zeigen, wenn sie sich ihre Haare färben lassen wollen. Auch wer im Supermarkt ein Haarfärbemittel kaufen will, muss seinen Ausweis zücken. So will es eine neu eingeführte Kosmetik-Verordnung. Die Substanzen in den Farben könnten allergische Schocks verursachen.

Doch nicht nur in Deutschland ist das Haarefärben unter 16-Jährigen untersagt, sondern auch in der Schweiz. Dies sieht eine Verordnung des Bundesamtes für Gesundheit BAG seit 2009 vor. Nur hat hierzulande davon niemand eine Ahnung. «Für die Umsetzung der Verordnung sind die Kantone zuständig», sagt BAG-Sprecher Jean-Louis Zurcher.

Beim Kantonalen Labor Basel-Stadt aber heisst es: «Wir überprüfen die Hinweise auf den Produkten in den Läden – was aber in den Coiffeursalons geschieht, können wir nicht kontrollieren», sagt der Chemiker Urs Hauri. So hat denn auch nicht einmal der Zentralpräsident des Verbands der Schweizer Coiffeurgeschäfte «Coiffuresuisse», Kuno Giger, Kenntnis vom Haarfärbe-Mindestalter: «Wir haben keine entsprechende Weisung vom BAG erhalten.» Er kritisiert, dass das BAG sich aus der Verantwortung ziehe, indem es auf die Kantone verweise.

Die Grüne-Nationalrätin und Ärztin Yvonne Gilli fordert: «Zum Schutz der Gesundheit der jungen Konsumenten muss die Verordnung sofort umgesetzt werden.» Geschehe dies nicht, würden Gesundheitspolitiker ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

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