Eishockeyspieler im Glück: Haarscharf am Kehlenschnitt vorbei
Aktualisiert

Eishockeyspieler im GlückHaarscharf am Kehlenschnitt vorbei

Adam Burish hat Glück, dass er noch lebt. Während der Playoff-Partie seiner Blackhawks gegen die Red Wings (2:5) fehlten nur Millimeter, und seine Kehle wäre aufgeschlitzt worden.

von
Patrick Toggweiler

(Video: YouTube)

Eishockey ist ein gefährlicher Sport. Deshalb schützen sich die Spieler auch mit Helm und Protektoren. Nur wenige Körperstellen bleiben ohne Schutz: Das Gesicht, der Nacken – und die Kehle. Umso gefährlicher, werden Spieler dort getroffen.

Rettender Playoffbart?

Adam Burish wurde nicht getroffen, nicht ganz. Der Schlittschuh seines Teamkollegen rasierte haarscharf durch Burishs Playoff-Bart, kratzte etwas die Haut auf – mehr aber auch nicht: «Nur Zentimeter, nein Millimeter fehlten, und meine Kehle wäre aufgeschlitzt worden. Ich sah sein Schlittschuh – es war, als ob er eine Figur im Eiskunstlauf vollführen wollte. Ich sah, wie er auf meinen Hals zukam», berichtete der wohl glücklichste Verlierer seit Jahren gegenüber amerikanischen Medien.

Kommt leider vor

Immer noch in schlimmer Erinnerung ist Michel Zeiters Verletzung, die er sich auf genau diese Weise in der Partie ZSC gegen Chur im Jahre 2001 zuzog. Damals geriet der Schwede Whitehall ins Straucheln und sein Fuss an Zeiters Hals. Der Schweizer ist nach langer Verletzungspause wieder aufs Eis zurückgekehrt.

Vorfälle dieser Art gibt es zum Glück selten. Torhüter Clint Malarchuk traf es vor 20 Jahren. Malarchuk blutete so stark, neun gewalterprobte Hockeyfans wurden im Stadion ohnmächtig, zwei hatten einen Herzinfarkt und drei Spieler erbrachen sich aufs Eis - aber die wussten ja auch nicht, dass die Geschichte ein gutes Ende nehmen würde. Malarchuk konnte noch aus eigener Kraft das Eis verlassen, hätte den Unfall allerdings nicht überlebt, hätte nicht ein Arzt und Vietnamveteran bis zum Eintreffen des Notarztes einen Finger in Malarchuks Wunde gesteckt. In der Umkleidekabine wurde die Wunde dann mit 300 Stichen genäht. Eine Woche später stand Malarchuk wieder auf dem Eis.

Weniger Glück hatte der Schwede Bengt Akerblom, der 1995 bei einem ähnlichen Vorfall verstarb. Adam Burish ist sich der Tragweite bewusst: «Ich weiss, wie verdammt glücklich ich mich schätzen kann. Unglaublich, dass mein Kopf noch auf dem Hals sitzt.»

Achtung. Nichts für Zartbesaitete: Malarchuks Kehlenschnitt

$$VIDEO$$(Video: YouTube)

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