Aktualisiert 27.12.2013 15:24

Klimawandel schuldHaarschnecke kämpft ums Überleben

Ein lokales Kriechtier gerät zunehmend in Bedrängnis: Eine endemische Schneckenart wird zum Opfer des Klimawandels.

von
Mirjam Boss
Die Nidwaldner Haarschnecke ist durch den Klimawandel bedroht.

Die Nidwaldner Haarschnecke ist durch den Klimawandel bedroht.

Der WWF Schweiz hat Bilanz gezogen und eine Liste bedrohter Tierarten veröffentlicht, die 2013 als Gewinner oder Verlierer dastehen. Zu Letzteren zählt die Nidwaldner Haarschnecke – eine endemische Art, die nur in der Region um Engelberg vorkommt, so WWF-Sprecherin Claudia Peter.

Die Schnecke sei auf der Liste, «weil sie stellvertretend für andere Arten steht, die durch den Klimawandel ihren Lebensraum verlieren».

Gipfel bald erreicht

Jörg Rüetschi, Schneckenspezialist beim WWF: «Die Schnecke hält sich zwischen 2000 bis 2575 m ü. M. an südexponierter Lage und unter Felsplatten auf.» Wegen der Klimaerwärmung müssten die Tiere in höhere Lagen ausweichen. Aber: «Das Ausweichpotenzial ist schon sehr ausgereizt», so Rüetschi – die Gipfel seien bald erreicht.

Die Tiere seien heute bereits in höheren Lagen anzutreffen als früher. Der tiefste Standort lag vor 30 Jahren bei etwa 1800 m ü. M. – dort finde man heute keine Haarschnecken mehr.

Steigt die Temperatur um ein Grad, müssten die Tiere etwa 300 Meter höher wandern. «Ein Grossteil der Population von etwa 10 000 Tieren würde das nicht überleben.» Darum bestehe das Risiko, dass die Haarschnecke die erste nur in der Schweiz beheimatete Art sein könnte, die wegen des Klimawandels ausstirbt.

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