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Mazepin-AffäreHaas feuert nach Grapsch-Video Mazepin nicht, Opfer legt nach

Formel-1-Fahrer Nikita Mazepin begrabschte eine Frau. Diese spielte die Aktion hinunter, jetzt wehrt sie sich. Der Haas-Rennstahl bestätigt derweil den Russen als Fahrer. Die Folge: Das Netz wütet.

von
Nils Hänggi

Dieses Video ist der Grund für die Aufruhr.

Video: Twitter 

Darum gehts

  • Ein Video von Nikita Mazepin sorgte anfangs Dezember für einen Skandal.

  • Der junge Formel-1-Fahrer begrapschte in diesem eine junge Frau, das Model Andrea D'lVal.

  • Diese spielte die Aktion zunächst hinunter, jetzt wehrt sie sich aber doch.

  • Der US-Rennstall Haas bestätigt Mazepin derweil als Fahrer für die nächste Saison.

Das Video schockierte anfangs Dezember. Zu sehen in den Aufnahmen: Der Russe Nikita Mazepin, in der nächsten Saison Formel-1-Fahrer bei Haas, der auf dem Beifahrersitz eines Autos sitzt. Neben ihm sitzt der Fahrer, ein junger Mann, auf der Rückbank eine junge Frau. Die drei scheinen Spass zu haben, bis der 21-jährige Mazepin der jungen Frau an die Brust greift und sie begrapscht. Bei der Frau handelt es sich um das Model Andrea D'lVal. Sie schiebt Mazepins Hand weg und zeigt ihm den Mittelfinger.

Die Folge des Videos war ein grosser Aufschrei. Mazepin entschuldigte sich, sagte, dass es ihm leid tue. «Als Formel-1-Fahrer muss ich mich an gewisse Standards halten. Ich sehe ein, dass ich mich und viele andere Menschen enttäuscht habe. Ich werde daraus lernen», meinte er. D’lVal spielte den sexuellen Übergriff runter. Das Model meinte, es sei mit Nikita lange befreundet, die Aktion sei mehr Spass als Belästigung gewesen. Der Haas-Rennstall teilte mit, dass die Aktion abscheulich sei und man die Aktion intern klären werde. Und das Video? Das löschte Mazepin schnellstmöglich von seinem Account.

Mazepin als Haas-Fahrer bestätigt

Kurz vor Weihnachten meldet sich Andrea D'lVal wieder zu Wort. Und dieses Mal klingen ihre Worte anders. Auf ihrem Instagram-Account postete sie folgenden Satz: «Weibliche Körper sind nicht dafür da, männlichen Gedanken Rechnung zu tragen... und Handlungen auch nicht». Klare Worte der 21-Jährigen – zumal sie wenig später noch einmal nachlegte: «Hört auf, Mädchen zu erklären, wie sie sich zu kleiden haben. Lehrt Männern, wie man Frauen respektiert.»

Muss sich jetzt Mazepin also wieder Sorgen machen? Momentan sieht es nicht danach aus. So wurde der Russe von Haas für die kommende Saison als Teamkollege von Schumi-Sohn Mick bestätigt – trotz des Sexismus-Skandals, den das US-Team zunächst als «abscheulich» verurteilt hat. In der Mitteilung des Rennstalls heisst es, dass die Angelegenheit «intern abgeschlossen» worden sei.

Sein Vater ist Haas-Sponsor

Weshalb die unrühmliche Aktion des jungen Fahrers keine Auswirkungen für ihn hat, darüber kann nur vermutet werden. Gerüchte besagen, dass Mazepin wohl nur deshalb bestätigt wurde, weil Haas auf das Sponsoren-Geld von seinem Vater, dem Milliardär Dmitri Mazepin, nicht verzichten kann. Der Vertrag des Mazepin-Vaters soll mehrere Jahre laufen. Ob das stimmt? Unklar.

Tatsache ist, dass viele Menschen den Haas-Entscheid nicht verstehen. Auf Social Media wenden sich die Menschen gegen Haas und Mazepin. Der Hashtag #wesaynotomazepin (Wir sagen Nein zu Mazepin) wird tausendfach verbreitet.

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