Aktualisiert 30.06.2009 13:27

Stanislas Wawrinka«Habe alles probiert, aber es war nicht genug»

Auch in seinem vierten Grand-Slam-Achtelfinal musste Stanislas Wawrinka den Platz als Verlierer verlassen. Nach der Partie erklärte der Romand, der sich vor allem über seine verpassten Chancen ärgerte, wo der Knackpunkt der Partie lag und warum seine Nase so rot war.

von
Philipp Reich

Sichtlich enttäuscht tauchte Stanislas Wawrinka nach seinem Ausscheiden im Achtelfinal von Wimbledon gegen den Schotten Andy Murray im Interviewraum in den Katakomben des Centre Courts auf. Wieder einmal hatte der Romand einen Top-Spieler in einem wichtigen Spiel an den Rand einer Niederlage gebracht, wieder einmal reichte es aber knapp nicht. «Ich bin sehr, sehr traurig. Es war ein enges Match und heute zu verlieren, tut schon sehr weh», erklärte der unglückliche Verlierer.

Ausgelassene Chancen

Wawrinka war dem selbsternannten Turnierfavoriten Andy Murray über weite Strecken der Partie mehr als nur ebenbürtig. Immer wieder brachte er den Schotten mit seinen präzisen Grundschlägen zum Verzweifeln - der Aussenseiter hatte Chancen in jedem Satz. Doch Wawrinka nutzte im Gegensatz zum Publikumsliebling seine Möglichkeiten in der «längsten Nacht von Wimbledon» nicht. Nur vier seiner 14 Breakchancen konnte Wawrinka verwerten. Zu wenig, um zu gewinnen. «Ich habe alles probiert, aber es war nicht genug. Fast, aber nicht genug», bilanzierte Wawrinka.

Nach dem gewonnen vierten Satz hatte der Schweizer das Gefühl der bessere und fittere Spieler zu sein. «Ich spielte sehr gut und war im Match drin.» Doch dann folgte der grosse Knackpunkt der Partie. Bereits im ersten Aufschlagsspiel von Wawrinka gelang Murray das frühe Break. «Ich war mit 40:0 vorne und er breakte mich. Danach war es für ihn wieder viel einfacher, gut zu spielen», erklärte der 18. der ATP-Weltrangliste. Wawrinka konnte die 3:0-Führung des Schotten zwar noch einmal ausgleichen. Murray machte seinerseits aber auch noch einmal drei Games in Folge und schaukelte die Partie zur Freude des lauten, aber nicht unfairen Publikums nach Hause.

Rote Nase? «Irritierend»

Mit den Bedingungen unter dem erstmals geschlossenen Dach hatte Wawrinka im Gegensatz zu Andy Murray, der sich über die Hitze und den glitschigen Rasen beschwerte, keine Probleme. «Es war toll bei geschlossenem Dach zu spielen», so der Schweizer. Die letzte Frage brachte den Schweizer dann aber wieder ins Schwitzen. Warum er eine so rote Nase habe, wollte ein Journalist wissen. Eine Erkältung? Keineswegs. «Wegen dem Handtuch, dem neuen Handtuch», versuchte Wawrinka zu erklären und fand es selbst «irritierend».

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