Mauro Lustrinelli: «Habe das Aufgebot verdient»
Aktualisiert

Mauro Lustrinelli«Habe das Aufgebot verdient»

Erhält Mauro Lustrinelli von Ottmar Hitzfeld die Chance, die ihm Köbi Kuhn nie gab? Eines ist für den Stürmer-Notnagel vor der WM-Quali gegen Israel sicher: «Ich habe das Aufgebot verdient.»

von
Sandro Compagno
Israel

Sanft legt sich die Swiss-­Maschine mit der Flugnummer LX 254 in einen weiten Bogen über Tel Aviv. Durch ­einen feinen Dunstschleier ist das Ramat-Gan-Stadion zu sehen mit seinen farbigen Schalensitzen, die morgen um 19.55 Uhr Schweizer Zeit alle besetzt sein werden. Dass in diesem Flieger, der wenig ­später bei 35 Grad im Schattten auf dem Flughafen Ben Gurion landen wird, auch Mauro Lustrinelli sitzt, hätte noch vor wenigen Wochen kaum einer für möglich ge­halten.

Erst am Mittwochnachmittag war der Bellinzona-Stürmer nach dem Out von Eren Derdiyok aufgeboten worden. Abends traf er in Feusisberg ein, gestern Morgen wechselte er zum ersten Mal ein paar Worte mit Hitzfeld. Was sagte ihm der neue Coach? Ist er Hoffnungsträger oder Not­lösung? «Weder noch», so der 32-Jährige, «aber mein Aufgebot ist ein Signal. Ich habe es verdient, dabei zu sein.» Hitzfeld-Vorgänger Kuhn gab dem kleingewachsenen Knipser nie eine echte Chance. 207 Minuten, verteilt auf elf Spiele, durfte Lustrinelli für die Nati bestreiten. Eine Szene in Rot-Weiss bleibt dennoch in Erinnerung: Das WM-Spiel gegen Togo 2006 und Lustrinellis ­genialer Pass auf Barnetta zum 2:0.

Dass er morgen von Beginn weg stürmen wird, ist unwahrscheinlich. Blaise Nkufo ist wohl einzige Spitze. Für «Lustrigol» kein Problem: «Egal, ob in der Startelf oder eingewechselt – ich weiss, dass ich dem Team etwas bringen kann.»

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