«Habe es satt, den Kopf hinzuhalten»
Aktualisiert

«Habe es satt, den Kopf hinzuhalten»

Trotz des
wichtigen Punktgewinns
in Luzern deutet vieles
darauf hin, dass René
Weiler entlassen wird.
Trainer soll Krassimir
Balakov werden.

Wer sich dieser Tage mit

St.Gallens Interimstrainer Weiler unterhält, der erlebt einen sehr emotionalen, aufgewühlten Gesprächspartner. Einerseits freut sich der Winterthurer über den «enorm wichtigen» Punktgewinn beim FC Luzern: «Natürlich ist dieser glücklich zustande gekommen. Aber in der Situation, in der wir sind, hätte eine andere Mannschaft 0:4 oder 0:5 verloren.» Dies ist der positive Aspekt, den Weiler momentan aus seiner Arbeit zieht. Doch die negativen Komponenten kann er nicht einfach beiseiteschieben. Und der Ex-Internationale wird deutlich, wenn er sagt: «Ich bin es leid, für Sachen den Kopf hinzuhalten, für welche ich nicht zuständig bin.»

Was Weiler damit anspricht, ist die seit Wochen andauernde vehemente Kritik an seiner Person, die vor allem aus dem Lager von Geldgeber Edgar Oehler kommt. Der Grossaktionär hatte unlängst gefordert, man solle Weiler am besten einen Job als Materialwart geben. «Da wird auf die Person und nicht auf die Sache gezielt», sagt Weiler dazu nur. Was ihn viel mehr schmerzt, ist der Fakt, dass die Klubbosse jegliche Rückendeckung für ihn vermissen lassen. Also braucht man kein Prophet zu sein, um zu erahnen, wie es die nächsten Tage in der Ostschweiz weitergeht. Weiler wird trotz seines Vertrages bis 2009 freigestellt und Ex-GC-Trainer Krassimir Balakov auf der Bank Platz nehmen. Weiler sagt dazu aus taktischen Gründen nur: «Alles ist offen.»

Andy Huber

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