Aktualisiert 27.07.2015 13:21

Lewis Hamilton«Habe ich dafür überhaupt Punkte verdient?»

Formel Langeweile? Von wegen! Der GP von Ungarn bot Spektakel – auch weil Mercedes patzte. Lewis Hamilton entschuldigt sich in aller Form.

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Sonntag, 26. Juli 2015 Sebastian Vettel gewinnt auf dem Hungaroring. Es ist sein 41. GP-Sieg und er zieht damit mit Ayrton Senna gleich.

Sonntag, 26. Juli 2015 Sebastian Vettel gewinnt auf dem Hungaroring. Es ist sein 41. GP-Sieg und er zieht damit mit Ayrton Senna gleich.

AFP/Andrej Isakovic
Die Mercedes verspielen ihre gute Ausgangslage gleich am Start. Auch sonst verläuft das Rennen turbulent.

Die Mercedes verspielen ihre gute Ausgangslage gleich am Start. Auch sonst verläuft das Rennen turbulent.

epa/Tamas Kovacs
Marcus Ericsson holt als Zehnter einen WM-Punkt für Sauber.

Marcus Ericsson holt als Zehnter einen WM-Punkt für Sauber.

FreshFocus/Mark Sutton

Ein sechster und ein achter Platz – ein Debakel für Mercedes. Erstmals seit Brasilien 2013 oder 28 Rennen landete kein Silberpfeil auf dem Podest. «Ich gehe auf die Toilette, schliesse mich ein und heule», fasste Mercedes-Chef Toto Wolff den Arbeitstag am Hungaroring zusammen.

Lewis Hamilton, der Sechster wurde, entschuldigte sich bei seinem Chef. «Habe ich dafür überhaupt Punkte verdient?», fragte der Brite in die Runde. Der Weltmeister, von der Pole gestartet, kam schlecht weg, besuchte bereits in der ersten Runde das Kiesbett und fiel auf Rang 10 zurück. Später beschädigte er seinen Boliden mit einem Rempler gegen Daniel Ricciardo, für den er eine Durchfahrtsstrafe und nach Rennende zwei Strafpunkte (ohne Folgen) kassierte.

Damit nicht genug. «Ich war völlig von der Rolle und finde keine Worte, um zu beschreiben, was passiert ist. Das war eine wirklich schlechte Leistung von mir. Ich habe keine Ahnung, ob es Mangel an Konzentration war oder was», so ein verdutzter Hamilton weiter. Das Bizarrste sei, dass er seinen Vorsprung in der WM-Wertung gegenüber Nico Rosberg ausgebaut habe (von 19 auf 21 Punkte). Der Teamkollege fuhr auf Rang 8.

Spektakel dank Ferrari und Red Bull

Wie sagt man so schön: Des einen Leid ist des anderen Freud. Auch weil es den WM-Dominatoren für einmal nicht wie geschmiert lief, wurden die F1-Fans endlich wieder einmal von ihren Sitzen gerissen. Am Hungaroring war von der monierten Langeweile, die den Zirkus in Beschlag genommen haben soll, nichts zu sehen. Spektakel pur: Kollisionen, Reifenschäden, unplanmässige Boxenstopps, Aufholjagden und ein überraschendes Podium.

Vor allem Ferrari sei dank. Die Boliden von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen kamen bärenstark weg und steuerten lange Zeit auf einen Doppelsieg zu. Es wäre der erste seit fast fünf Jahren gewesen. Weil Räikkönen aufgrund eines Defekts aufgeben musste, stand am Ende nur ein Roter auf dem Treppchen: Vettel feierte seinen zweiten Saisonsieg und seinen 41. insgesamt, mit dem er in der ewigen Bestenliste mit Ayrton Senna gleichzog.

Hülkenbergs Crash

Nico Hülkenberg war ebenfalls eine prägende Figur beim 30-Jahre-Jubiläum des Hungarorings. Nach seinem heftigen Crash in der 42. Runde liess der Einsatz des Safety Car das Feld wieder zusammenrücken. Er verlor seinen Frontflügel und rauschte in der ersten Kurve in die Reifenstapel. Doch auch von dieser überraschenden Wendung vermochten Hamilton und Rosberg nicht zu profitieren. Am Ende landete mit Fernando Alonso (5. Platz) sogar ein McLaren vor den Mercedes.

Angesichts des Spektakels kommt die Sommerpause zur Unzeit. Denn es geht erst am 23. August in Spa-Franchorchamps weiter.

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